Frederick im Kindergarten: ein Projekt für den Spätherbst
Die Geschichte von der Feldmaus, die statt Körnern Sonnenstrahlen, Farben und Wörter sammelt, ist einer der wenigen Bilderbuchklassiker, aus dem sich ein ganzes Kita-Projekt bauen lässt, ohne dass es bemüht wirkt. Sie fällt genau in die Zeit, in der es draußen kälter wird und drinnen die Frage aufkommt, wovon man im Winter eigentlich zehrt.
Hier steht ein Ablauf über drei bis vier Wochen, mit dem, was die Kinder tatsächlich tun, und mit den Stellen, an denen das Projekt erfahrungsgemäß kippt.
Hinweis: Diese Seite beschreibt eigene Projektideen zum Buch. Der Text der Geschichte selbst wird hier nicht wiedergegeben, das Buch gehört in die Hand vorgelesen.
Warum die Geschichte in der Kita so gut trägt
Die meisten Herbstprojekte drehen sich ums Sammeln, und die Kinder verstehen das sofort: Vorräte anlegen, damit im Winter etwas da ist. Diese Geschichte dreht den Gedanken um eine Windung weiter, ohne kompliziert zu werden. Auch etwas, das man nicht essen kann, kann ein Vorrat sein.
Für Kinder im letzten Kita-Jahr ist das genau der richtige Grad an Abstraktion. Sie sind alt genug, um zu verstehen, dass eine Farbe kein Korn ist, und jung genug, um es trotzdem wörtlich zu nehmen und tatsächlich Farben zu sammeln.
Der zweite Grund ist praktisch: Das Projekt braucht kein Material, das gekauft werden muss. Alles, was gesammelt wird, liegt draußen, und alles, was daraus entsteht, entsteht aus dem, was schon im Haus ist.
Woche eins: sammeln
Die erste Woche gehört dem Draußensein. Jedes Kind bekommt ein Gefäß, ein Säckchen oder eine Schachtel, und sammelt darin, was es findet.
Parallel dazu laufen drei weitere Sammlungen, die von der Geschichte angestoßen werden:
Farben. Auf jedem Spaziergang wird eine Farbe gesucht und festgehalten: ein Blatt, ein Stück Rinde, eine Beere. Eine Wand im Gruppenraum wird zur Farbsammlung, sortiert von hell nach dunkel.
Sonnenstrahlen. An jedem sonnigen Tag legen die Kinder etwas in die Sonne und stellen fest, dass es warm wird. Ein Stein, ein Tuch, die eigene Hand. Der warme Stein wandert in eine Kiste, und wenn er kalt ist, wird über den Unterschied gesprochen.
Wörter. Jedes Kind sagt ein Wort, das ihm gefällt, ohne Begründung. Die Wörter werden aufgeschrieben und aufgehängt. Diese Sammlung wird die überraschendste.
Woche zwei und drei: gestalten
Jetzt bekommen die Sammlungen eine Form. Was daraus wird, entscheiden die Kinder mit, und es lohnt sich, nicht zu früh festzulegen, wie das Ergebnis aussehen soll.
- Aus der Farbsammlung entsteht ein großes gemeinsames Bild oder ein Wandfries
- Aus dem Naturmaterial werden Mäusehöhlen gebaut, aus Kartons, Zweigen und Stoffresten
- Die Wörtersammlung wird zu einem gemeinsamen Gedicht, das die Erzieherin aufschreibt und das die Kinder vortragen
- Aus Zeitungspapier, Wolle und Filz entstehen Mäuse, jedes Kind eine
- Ein Vorratsglas pro Kind, in das kommt, was den Winter über bleiben soll
Der wichtigste Teil sind die Vorratsgläser. Sie werden verschlossen, beschriftet und stehen den Winter über im Regal. Im Februar werden sie wieder geöffnet, und das ist der Moment, in dem das Projekt seinen Sinn zeigt.
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Der Abschluss
Ein Projekt dieser Art braucht ein Ende, das man sehen kann, sonst verläuft es. Drei Formen haben sich bewährt:
Ein Nachmittag für die Eltern, bei dem die Kinder ihr Gedicht vortragen und die Mäusehöhlen zeigen. Kurz halten, zwanzig Minuten reichen.
Eine Ausstellung im Flur, die zwei Wochen hängen bleibt. Für Häuser, in denen ein Abendtermin schwierig ist, die entspanntere Variante.
Ein gemeinsames Essen mit dem, was gesammelt wurde: Nüsse, Äpfel, selbst gebackenes Brot. Das schließt den Kreis zum Sammeln, mit dem alles anfing.
Wenn im Haus ohnehin ein Licht- oder Laternenfest ansteht, lässt sich der Abschluss gut daran hängen. Beides fällt in dieselbe Woche und handelt vom selben Thema: von dem, was einen durch die dunkle Zeit bringt.
Wo das Projekt erfahrungsgemäß kippt
Zu früh im Jahr. Wer im September beginnt, sammelt bei zwanzig Grad. Die Geschichte lebt davon, dass es danach spürbar kälter wird. Anfang bis Mitte Oktober ist der richtige Zeitpunkt.
Zu viel Erklären. Die Versuchung ist groß, den Kindern zu sagen, was die Geschichte bedeutet. Das ist der sicherste Weg, sie zu entwerten. Kinder sammeln Farben und Wörter mit vollem Ernst, wenn niemand dazwischenredet.
Zu perfekte Ergebnisse. Eine Maus aus Erwachsenenhand ist schöner und dem Kind fremd. Zwanzig schiefe Mäuse sind das bessere Ergebnis.
Kein Wiedersehen im Winter. Der stärkste Moment kommt Monate später, wenn die Vorratsgläser geöffnet werden. Wer das im Kalender vergisst, verschenkt die Hälfte des Projekts.
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Häufige Fragen zum Frederick-Projekt
Für welches Alter eignet sich ein Frederick-Projekt?
Ab etwa vier Jahren. Jüngere Kinder folgen der Handlung zwar, der eigentliche Gedanke, dass auch etwas Unsichtbares ein Vorrat sein kann, erschließt sich meist erst im letzten Kita-Jahr. Für Dreijährige lässt sich das Projekt auf das Sammeln selbst verkürzen, ohne den übertragenen Sinn.
Wie lange dauert das Projekt?
Drei bis vier Wochen sind ein guter Rahmen: eine Woche sammeln, ein bis zwei Wochen gestalten, eine Woche abschließen und zeigen. Kürzer wirkt gehetzt, weil das Sammeln Zeit an der frischen Luft braucht. Länger verliert die Spannung, wenn nicht ein Fest oder eine Präsentation am Ende steht.
Braucht man das Buch dafür?
Für den Einstieg ja, die Geschichte trägt das ganze Projekt. Danach läuft die Arbeit ohne Buch weiter, weil die Kinder ihre eigenen Vorräte anlegen. Viele Häuser haben ein Exemplar in der Bücherei ausgeliehen und dabei belassen.
Passt das Projekt besser in den Herbst oder in den Winter?
In den Spätherbst. Das Sammeln braucht Tage, an denen man draußen sein kann, und die Wirkung entsteht, wenn es danach spürbar dunkler und kälter wird. Wer im Oktober beginnt, hat den Abschluss im November und kann ihn gut mit einem Licht- oder Laternenfest verbinden.