Herbst im Kindergarten
Bild erstellt mit Midjourney
Wenn der erste Wind durch die bunten Blätter rauscht, wenn die Kinder mit roten Wangen vom Garten zurückkommen und Kastanien die Hosentaschen füllen, ist Herbst in der Kita angekommen. Keine Jahreszeit ist so reich an Material. Kein Spaziergang vergeht, ohne dass ein Schatz mitgebracht wird. Genau diese Materialfülle macht den Herbst pädagogisch zu einer der schönsten Phasen des Kindergartenjahres.
Diese Seite versammelt Ideen für den Herbst im Kindergarten. Von typischen Herbstthemen über Bewegungsspiele mit Blättern und Kastanien bis hin zu Anregungen für Erntedank und Laternenfest. Alles ist erprobt und sofort einsetzbar. Konkrete Liedtexte, Reime und Fingerspiele findest du in gängigen Liederbüchern für Kindergärten.
Tipp: Viele weitere Projektthemen und Anregungen für das ganze Jahr findest du auf unserer großen Übersicht Projektideen für Kita und Kindergarten.
Passend dazu: Das Lied Drachen steigen passt perfekt zu windigen Herbsttagen.
Der Herbst in drei Monaten: ein Fahrplan
Der Herbst ist kein einzelnes Thema, sondern ein Quartal mit drei sehr verschiedenen Abschnitten. Wer das von vornherein so plant, muss nicht jede Woche neu überlegen und hat im November noch Luft, statt zwischen Laternen und Adventsvorbereitung zu hetzen.
September: ankommen und draußen sein
Der Monat gehört noch nicht dem Herbst, sondern der neuen Gruppe. Eingewöhnung, Kennenlernen, Regeln, und dabei so viel wie möglich nach draußen. Thematisch reicht ein leichter Einstieg: erste Blätter, die letzten warmen Tage, Ernte. Für ein großes Projekt ist es zu früh, weil die Gruppe sich noch sortiert.
Oktober: der Monat für Projekte
Jetzt sitzt die Gruppe, das Wetter zwingt öfter nach drinnen, und draußen liegt alles herum, was man für ein Projekt braucht. Das ist das Fenster für Apfel, Kastanie, Igel oder Blätter, für Erntedank und für Projekte, die über mehrere Wochen laufen. Wer im Oktober nichts Größeres startet, kommt in diesem Quartal nicht mehr dazu.
November: Licht und Innenräume
Der Monat ist durch die Feste gesetzt: Laternenumzug, St. Martin oder ein Lichterfest, dazu die ersten dunklen Nachmittage. Inhaltlich verschiebt sich alles nach innen, zu Kerzen, Geschichten und Ruhe. Große neue Projekte funktionieren jetzt schlecht, weil die Vorbereitung des Festes ohnehin Kraft kostet.
Praktisch heißt das: Der Oktober trägt das Projekt, der September bereitet die Gruppe darauf vor, und der November gehört dem Fest. Wer diese Reihenfolge umdreht und im September das große Thema startet, hat es im Oktober schon abgenutzt.
Herbstthemen für den Kindergarten
Der Herbst bietet eine Vielzahl an Themen, die sich pädagogisch über Wochen tragen. Tiere, die sich auf den Winter vorbereiten. Bäume und Blätter, die ihre Farben wechseln. Wind und Wetter, die täglich neue Eindrücke bringen. Erntedank, Laternenfest und der Übergang zum Winter. Jedes dieser Themen lässt sich mit Liedern, Spielen, Geschichten und Bastelideen kombinieren.
Konkrete Herbstlieder, Fingerspiele und Reime gibt es in vielen Liederbüchern für Kindergärten. Klassiker und neuere Lieder findest du dort mit Noten und Akkord-Hilfen.
Herbst-Projekte, Spiele und Bewegung im Überblick:
- Apfel-Projekt: Forschen, basteln und kochen rund um den Apfel
- Kastanien im Kindergarten: Spiele und Angebote mit Kastanien
- Igel im Kindergarten: Projekt und Sachwissen rund um den Igel
- Drachen basteln: Bunte Drachen für windige Herbsttage
- Herbstspiele: Spiele für drinnen und draußen
- Bewegungsspiele im Herbst: Bewegung in der Herbstzeit
Pädagogische Angebote im Herbst
Ein Angebot unterscheidet sich vom freien Spiel dadurch, dass es geplant ist: Es hat ein Ziel, ein vorbereitetes Material und einen Ablauf, den die Fachkraft im Kopf hat. Im Herbst ist das besonders leicht, weil das Material draußen liegt und keine Bestellung braucht.
Blätter sortieren und pressen. Ziel ist das genaue Hinsehen. Die Kinder sammeln Blätter, sortieren sie erst nach Farbe, dann nach Größe, dann nach Form. Erst danach kommen sie zwischen Zeitungspapier unter einen Stapel Bücher. Das Sortieren ist das Angebot, das Pressen der Nebeneffekt. Dauer etwa dreißig Minuten, ab drei Jahren.
Apfelernte mit allen Schritten. Ziel ist die Erfahrung einer vollständigen Kette. Äpfel waschen, schneiden, pressen oder kochen, gemeinsam essen. Der Wert liegt darin, dass die Kinder jeden Schritt selbst machen, auch das mühsame Waschen. Ein Vormittag, ab drei Jahren, mit Aufsicht beim Schneiden.
Kastanienweitwurf und Zielwerfen. Ziel ist die Grobmotorik. Eimer in verschiedenen Abständen, jedes Kind hat fünf Kastanien. Wer trifft, rückt einen Eimer weiter. Zwanzig Minuten draußen, ab zwei Jahren mit größeren Zielen.
Herbstsuppe kochen. Ziel ist Sprache und Beteiligung. Jedes Kind bringt ein Gemüse mit, alle werden benannt, geschnitten und in den Topf gegeben. Beim Essen erzählt jedes Kind, was es beigetragen hat. Ein halber Vormittag, alle Altersstufen.
Vier Angebote reichen für einen Monat, wenn jedes zwei- oder dreimal wiederholt wird. Kinder wollen ein gelungenes Angebot noch einmal, und beim zweiten Mal machen sie mehr selbst.
Ein Herbstprojekt über mehrere Wochen aufziehen
Ein Projekt ist mehr als eine Reihe von Angeboten. Es hat ein Thema, das die Kinder mitbestimmen, es läuft über Wochen, und es hat am Ende etwas Vorzeigbares. Der Herbst eignet sich dafür besser als jede andere Jahreszeit, weil sich draußen sichtbar etwas verändert.
Woche eins: sammeln und fragen. Spaziergänge, alles kommt in eine Kiste im Gruppenraum. Parallel wird aufgeschrieben, was die Kinder wissen wollen. Diese Fragen bestimmen, wohin das Projekt geht. Wer diesen Schritt überspringt, macht kein Projekt, sondern eine Themenwoche.
Woche zwei und drei: nachgehen. Jetzt wird den Fragen nachgegangen, mit Büchern, mit Experimenten, mit Ausflügen. Warum fallen die Blätter? Wo ist der Igel im Winter? Was macht der Wind? Nicht jede Frage lässt sich beantworten, und genau das gehört dazu.
Woche vier: zeigen. Eine Ausstellung im Flur, ein Nachmittag für die Eltern, ein selbst gemachtes Buch. Ohne diesen Abschluss verläuft das Projekt, und die Kinder merken, dass es niemanden interessiert hat.
Bewährte Themen für ein Herbstprojekt sind Apfel, Kastanie, Igel, Blätter und Wind. Alle fünf haben genug Substanz für vier Wochen, und für alle liegt das Material vor der Tür. Fertige Abläufe stehen beim Apfel-Projekt und bei den Projektideen für den Kindergarten.
Bewegungsspiele im Herbst
Der Blätter-Tanz
Jedes Kind bekommt ein gesammeltes Blatt in die Hand. Zur Musik tanzen alle Blätter durch den Raum. Wenn die Musik stoppt, müssen sich die Kinder so klein wie möglich machen, sie sind auf den Boden gefallen. Bei Musik-Start wirbeln sie wieder hoch. Eine wunderbare Bewegungsübung mit kleinem Naturmaterial.
Igel sucht sein Nest
Aus Decken und Kissen werden Nester auf dem Boden gebaut. Alle Kinder sind Igel und kriechen durch den Raum. Bei Winter kommt sucht jeder Igel sein Nest und rollt sich zusammen. Wer kein Nest findet, schläft auf einer Decke. Eine ruhige Variante des Stuhltanzes.
Kastanien-Wettlauf
Mit Hilfe eines Esslöffels muss eine Kastanie um einen kleinen Parcours balanciert werden, ohne sie fallen zu lassen. Eine herbstliche Variante des Eierlaufs, die Konzentration und feinmotorisches Geschick trainiert.
Wind und Blätter
Aus buntem Tonpapier ausgeschnittene Blätter liegen am Boden. Auf Kommando Wind pusten alle Kinder, was sie können. Welches Blatt fliegt am weitesten? Trainiert Atemtechnik und macht riesigen Spaß.
Draußen im Herbst: Waldtage, Spaziergänge, Sammeln
Der Herbst ist die Jahreszeit, in der Draußensein am wenigsten Vorbereitung braucht, weil das Material vor der Tür liegt. Zugleich ist es die Zeit, in der es am meisten Überwindung kostet, weil es nass und kalt wird. Beides zusammen macht feste Termine wichtiger als gute Vorsätze.
Der feste Wochentag. Ein Waldtag oder Draußentag, der immer am selben Wochentag stattfindet, findet auch bei Regen statt. Einer, der nach Wetterlage entschieden wird, fällt im November aus. Die Kinder stellen sich auf den festen Tag ein und bringen die Kleidung von selbst mit.
Sammeln mit Auftrag. Kinder sammeln ohnehin. Ein Auftrag macht daraus ein Angebot: heute nur Dinge, die rot sind. Heute nur Dinge, die kleiner sind als der Daumen. Heute für jedes Kind genau fünf Dinge. Das strukturiert den Spaziergang, ohne ihn zu verplanen.
Ein Ort, der wiederkommt. Derselbe Baum, dieselbe Wiese, alle zwei Wochen. Die Kinder sehen dann tatsächlich, wie sich etwas verändert, und das ist der eigentliche Ertrag der Jahreszeit. Ein Foto pro Besuch, im Flur aufgehängt, macht es auch für die Eltern sichtbar.
Die Rückkehr planen. Nasse Sachen, kalte Hände, Hunger. Wer den Ablauf danach im Kopf hat (Umziehen, etwas Warmes, dann erst der Rest), verliert die Gruppe nicht in der Garderobe.
Was gesammelt wurde, muss nicht sofort verarbeitet werden. Eine Kiste im Gruppenraum, in die alles wandert, reicht für den Anfang. Aus ihr entstehen später die Ideen von selbst.
Bastel- und Naturideen für den Herbst
Blätter-Mandala
Bei einem Spaziergang werden bunte Blätter gesammelt. Im Garten werden sie gemeinsam zu einem großen Mandala gelegt, konzentrische Kreise aus gelben, roten und braunen Blättern. Eine meditative Gemeinschaftsarbeit, die jedes Mal anders aussieht.
Kastanienmännchen
Mit Zahnstochern werden aus Kastanien kleine Männchen, Tiere oder Fantasiefiguren gebastelt. Ein Klassiker, der nicht aus der Mode kommt und feinmotorisch sehr fördert.
Igel aus Salzteig
Aus Salzteig werden kleine Igelkörper geformt. Mit Sonnenblumenkernen oder Spaghetti-Stücken werden Stacheln eingedrückt. Nach dem Trocknen können die Igel bemalt werden.
Herbst-Druck mit Blättern
Blätter werden mit Wasserfarbe bestrichen und auf weißes Papier gedruckt. Die Blattadern erzeugen wunderschöne Strukturen. Die getrockneten Drucke können später als Tisch-Sets, Karten oder Wandbilder verwendet werden.
Ausführliche Bastelanleitungen für den Herbst:
- Herbstbasteln im Kindergarten: Die große Bastel-Übersicht für den Herbst
- Laterne basteln: Laternen für St. Martin, einfach erklärt
- Kastanien basteln: Kastanientiere und Figuren aus Naturmaterial
- Igel basteln: Den Herbst-Star in vielen Techniken
- Mit Blättern basteln: Blätterdruck, Fensterbilder und mehr
Tiere im Herbst: Igel, Eichhörnchen und Zugvögel
Für Kinder ist der Herbst zuerst eine Sache der Blätter. Dass sich für die Tiere im selben Zeitraum alles ändert, ist der zweite Zugang, und er trägt oft länger, weil Kinder mit Tieren mitfühlen.
Der Igel. Er sucht ab Oktober einen Platz für den Winterschlaf und frisst sich vorher Fett an. Wichtig für die Kinder: Ein Igel, der tagsüber herumläuft, ist meistens in Not. Ein Laubhaufen in einer Ecke des Geländes, den man liegen lässt, ist ein echtes Igelquartier und ein sichtbarer Beitrag der Gruppe.
Das Eichhörnchen. Es hält keinen Winterschlaf, sondern legt Vorräte an und vergisst einen Teil davon. Aus den vergessenen Nüssen wachsen neue Bäume. Dieser Zusammenhang lässt sich mit Vierjährigen gut besprechen, und er lässt sich nachspielen: Nüsse im Garten verstecken und eine Woche später suchen.
Die Zugvögel. Störche und Schwalben ziehen los, Amseln und Meisen bleiben. Wer im September und Oktober den Himmel beobachtet, sieht die Formationen tatsächlich. Ein Fernglas im Gruppenraum verändert, wie oft die Kinder hinaufschauen.
Die Insekten. Sie verschwinden nicht, sie ziehen sich zurück, in Ritzen, unter Rinde, in die Erde. Eine Lupe und ein umgedrehter Blumentopf im Beet zeigen mehr als jedes Bilderbuch.
Aus dem Thema lässt sich leicht ein Projekt machen, weil die Kinder von selbst fragen, wo die Tiere hin sind. Passende Seiten dazu sind Igel im Kindergarten und Igel basteln.
Den Herbst mit allen Sinnen erleben
Der Herbst ist die Jahreszeit mit dem stärksten Sinneseindruck, und er kostet nichts. Wer die fünf Sinne einmal bewusst durchgeht, hat einen ganzen Monat Programm beisammen.
Sehen. Farbsammlung an der Wand, von hellgelb bis dunkelrot sortiert. Über Wochen ergänzt macht sie sichtbar, wie sich die Jahreszeit verändert.
Hören. Zwei Minuten still im Laub stehen und danach sammeln, was gehört wurde. Raschelnde Blätter, Wind, Krähen, ein Traktor. Kinder hören mehr als Erwachsene, wenn man sie lässt.
Riechen. Nasses Laub, ein aufgeschnittener Apfel, Zimt, feuchte Erde. In kleinen Gläsern mit Deckel wird daraus ein Ratespiel.
Fühlen. Eine Fühlkiste mit Kastanie, Zapfen, Moos, Rinde und einem glatten Stein. Für die Krippe alles größer als ein Tischtennisball.
Schmecken. Apfelsorten vergleichen. Drei Sorten, blind probiert, danach benennen, welche süß und welche sauer war. Das ist Sprache und Sinneserfahrung in einem.
Wenn Zeit für nur eine Sache ist, dann für das Hören. Es braucht kein Material, dauert fünf Minuten und hat in fast jeder Gruppe den stärksten Effekt.
Ideen für das ganze Jahr im Kita-Ideen Paket!
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Bild erstellt mit Midjourney
Hier findest du über 1500 Ideen für Kita und Kindergarten: Lieder, Spiele, Fingerspiele, Reime und komplette Projektwochen. Alles als PDF zum Download und sofort einsetzbar.
Herbst-Themen für den Morgenkreis
Die Schatzkiste
In der Mitte des Kreises steht eine Holzkiste oder ein Korb. Über die Woche hinweg sammeln die Kinder Herbstschätze: bunte Blätter, Kastanien, Eicheln, kleine Stöcke, Federn. Jeden Morgen wird ein Schatz gemeinsam betrachtet, befühlt, beschrieben.
Das Wetter-Tagebuch
Ein einfaches Plakat mit den Tagen der Woche. Jeden Morgen wird mit einem Bildchen markiert, wie das Wetter heute ist. Sonne, Wolken, Regen, Wind. Über Wochen entsteht ein Wetter-Bild des Herbstes, das die Kinder selbst gestaltet haben.
Die Tier-Frage
Jeden Morgen ein Herbsttier: Wo ist heute das Eichhörnchen? Was sammelt es? Wofür? Eine Geschichte entsteht über die Woche, die Tiere bereiten sich auf den Winter vor. Wenn möglich mit kleinen Tierfiguren oder Bildkarten visualisieren.
Das Apfel-Ritual
Ein echter Apfel wird in der Mitte aufgeschnitten. Was sehen wir? Den Stern aus den Kernen. Wie schmeckt er? Wie riecht er? Anschließend bekommt jedes Kind ein kleines Stück. Ein Ritual, das alle Sinne anspricht und im Herbst täglich wiederholt werden kann.
Herbstlieder und Fingerspiele für den Herbst
Lieder tragen ein Herbstthema über Wochen, ohne dass es jeden Tag neu erklärt werden muss. Zwei bis drei Lieder pro Monat reichen völlig, dafür jeden Tag gesungen.
Passend zur Jahreszeit stehen auf dieser Website:
- Herbstlieder für die Kita, für die Wochen von September bis November
- Laternenlieder mit Text, Noten und Akkorden für die Zeit um St. Martin
- Herbstlieder mit Noten zum Ausdrucken
- Fingerspiele für den Herbst, der einfachste Einstieg ohne Material
Ein Hinweis aus der Praxis zur Reihenfolge: Das Laternenlied gehört nicht schon im Oktober in den Morgenkreis. Wer es sechs Wochen lang singt, hat es am Abend des Umzugs abgenutzt. Zwei bis drei Wochen vorher anzufangen reicht, und die Kinder können es trotzdem sicher.
Für die ganz Kleinen gilt wie immer: eine Strophe, viele Wiederholungen, eine Bewegung dazu. Ein Lied über fallende Blätter, bei dem die Hände nach unten trudeln, funktioniert in der Krippe besser als jeder Text über den Herbst.
Über 1500 Ideen für Morgenkreis und Projekte!
Nie wieder Ideen-Suche: über 1500 fertige Ideen, davon über 900 für den Morgenkreis und über 500 Projektideen in 30 Projektwochen. Viele davon funktionieren genauso im Erzählkreis der ersten Klasse. Als PDF zum Download und sofort einsetzbar.
Erntedank im Kindergarten
Erntedank ist eine wunderbare Gelegenheit, mit Kindern über Lebensmittel, Dankbarkeit und den Kreislauf der Natur zu sprechen. Nicht zwingend religiös, das Thema funktioniert auch in säkularen Kontexten.
Der Erntedank-Tisch
In der Gruppe wird ein langer Tisch mit Erntegaben gedeckt: Kürbisse, Äpfel, Birnen, Brot, Nüsse, Getreide. Jedes Kind bringt etwas mit. Der Tisch wird gemeinsam betrachtet, beschrieben und am Ende des Tages gemeinsam verzehrt, als Suppe, als Mus, als Brot.
Brot backen
Ein einfaches Hefebrot mit Kindern zu backen ist im Herbst der pädagogische Höhepunkt. Vom Mahlen des Korns über das Kneten bis zum Backen erleben die Kinder den ganzen Weg.
Apfelmus selbst machen
Äpfel waschen, schälen, schneiden, im Topf kochen, pürieren, in kleine Gläschen abfüllen. Ein Vormittag voller Gerüche, Aktivität und am Ende ein Geschenk für zu Hause.
Laternenfest und St. Martin
Der Herbst gipfelt für viele Kitas im Laternenfest. Schon im Oktober wird gebastelt, gesungen, geprobt. Tipps für ein gelingendes Fest:
- Frühzeitig basteln: Drei bis vier Wochen Vorlauf einplanen. Laternen brauchen Zeit zum Trocknen.
- Lieder einüben: Klassische Laternen- und Martinslieder gehören zum Pflichtrepertoire. Texte und Noten findest du in den gängigen Kinderliederbüchern.
- Geschichte erzählen: Die Geschichte vom Heiligen Martin ist ein wunderbarer Anlass, um über Teilen, Empathie und Hilfsbereitschaft zu sprechen.
- Sicherheit: LED-Lichter statt echter Kerzen sind heute Standard. Sicherer und ohne Brandgefahr.
- Eltern einbeziehen: Der Laternenumzug ist ein Familienfest. Punsch und Brötchen, Eltern-Mithilfe, ein gemeinsames Abschluss-Lied.
Alles zur Organisation des Fests steht im Ratgeber Laternenfest in der Kita planen, die Ideen rund um Geschichte, Lieder und Teilen unter St. Martin im Kindergarten.
Alle Bausteine für den Herbst-Morgenkreis findest du gebündelt bei den Herbst-Ideen für den Morgenkreis, die passenden Lieder mit Text und Noten bei den Herbstliedern mit Noten. Danach geht es nahtlos weiter mit St. Martin im Kindergarten, Nikolaus in der Kita, dem Adventskalender für die Kita und Weihnachten im Kindergarten.
Zur Laternenzeit gehören eigene Lieder: Laternenlieder für den Kindergarten mit vollständigem Text und Gitarrengriffen zum Ausdrucken.
Zwei Bausteine für den Spätherbst, die den Übergang in die dunkle Jahreszeit tragen: das Lichterfest in der Kita als Fest, in dem sich die Familien aller Kinder wiederfinden, und das Frederick-Projekt, bei dem die Kinder Farben, Sonnenstrahlen und Wörter für den Winter sammeln.
Wer das Draußensein zur festen Einrichtung machen will, findet den kompletten Ablauf bei den Waldtagen im Kindergarten: welcher Rhythmus trägt, welche drei Regeln eine Gruppe im Wald wirklich braucht und woran es im Herbst und Winter erfahrungsgemäß hakt.
Das Herbstfest in der Kita
Neben Erntedank und dem Laternenumzug feiern viele Häuser ein eigenes Herbstfest, meist am späten Nachmittag mit den Familien. Der Unterschied zu den beiden anderen: Es hat keinen festen Anlass und keine Geschichte, sondern lebt von Stationen, an denen die Kinder ihren Eltern zeigen, was sie können.
Vier bis fünf Stationen reichen. Kastanienweitwurf, Apfelpressen, eine Bastelstation, ein Barfußpfad aus Laub und Zapfen, Stockbrot am Feuer, wenn das Gelände es hergibt. Jede Station braucht einen Erwachsenen, und das ist die eigentliche Planungsfrage.
Anderthalb Stunden sind genug. Ankommen, freies Rundgehen an den Stationen, ein gemeinsames Lied zum Schluss, fertig. Ein angekündigtes Ende erspart das lange Ausklingen.
Das Essen kommt von den Eltern. Eine Liste mit Zeilen und Namen funktioniert deutlich besser als der allgemeine Aufruf, etwas mitzubringen. Herzhaft und süß getrennt abfragen, sonst stehen am Ende zwölf Kuchen da.
Wenn im Haus schon ein Laternenfest geplant ist, lohnt sich die Frage, ob beides nötig ist. Zwei Feste im November überfordern das Team, und die Familien kommen dann zum zweiten seltener.
Herbst in der Krippe: Ideen für Kinder unter drei
Für Kinder unter drei ist der Herbst vor allem eine Sache der Sinne, nicht des Verstehens. Sie interessiert nicht, warum die Blätter fallen, sondern wie sie sich anfühlen, wie sie rascheln und was passiert, wenn man hineintritt.
Rascheln und treten. Ein Laubhaufen im Garten ist das beste Herbstangebot für die Krippe, und es kostet nichts. Zwanzig Minuten darin sind eine vollständige Beschäftigung.
Eine Kiste voll Naturmaterial. Kastanien, große Blätter, Zapfen, Baumscheiben. Alles größer als ein Tischtennisball, sonst wandert es in den Mund. Die Kiste steht offen im Raum und wird geholt, wenn ein Kind soweit ist.
Schütten und füllen. Kastanien von einem Gefäß ins andere, mit den Händen oder einem großen Löffel. Das Geräusch ist die halbe Beschäftigung.
Ein Lied, das bleibt. In der Krippe ersetzt Wiederholung das Erklären. Dasselbe kurze Herbstlied über sechs Wochen, jeden Tag, mit derselben Bewegung. Nach zwei Wochen machen die Kinder die Bewegung mit, nach vier singen die ersten das letzte Wort.
Beim Fest kürzer denken. Für die Krippe ist der Laternenumzug oft zu lang, zu dunkel und zu kalt. Eine Runde ums Haus mit den Eltern, direkt danach etwas Warmes, und um halb sechs ist Schluss. Das ist kein abgespecktes Fest, sondern das richtige für dieses Alter.
Mehr dazu steht bei den Angeboten für die Krippe und bei den Projekten in der Krippe.
Tipps für den Herbst-Alltag
- Materialfülle nutzen: Ein Korb voller Naturmaterialien im Gruppenraum reicht für wochenlangen Spielspaß. Nichts kaufen, was die Natur kostenlos liefert.
- Rausgehen trotz Wetter: Auch bei Regen und Wind. Die richtige Kleidung vorausgesetzt, sind matschige Tage oft die schönsten.
- Tageslicht nutzen: Im Herbst werden die Tage kürzer. Outdoor-Aktivitäten in die Vormittagsstunden legen.
- Drinnen-Stimmung schaffen: Wenn es draußen ungemütlich wird, dürfen drinnen Kerzenstimmung mit LED, Tee, ruhige Geschichten den Tag prägen.
- Erkältungen einplanen: Im Herbst sind viele Kinder krank. Nicht jedes Projekt muss zu Ende geführt werden. Flexibilität schlägt Plan.
Häufige Fragen zu Herbst im Kindergarten
Welche Aktivitäten eignen sich für regnerische Herbsttage?
Drinnen: Basteln mit Naturmaterialien, Geschichten-Vorlesen, Bewegungsspiele im Bewegungsraum, Musik und Tanz, Backen. Wenn doch raus: Pfützen-Spiele mit Gummistiefeln und Regenkleidung. Pfützen springen, Schiffchen aus Blättern schwimmen lassen.
Welche Naturmaterialien sind besonders herbsttypisch?
Kastanien, Eicheln, bunte Blätter, Hagebutten (Vorsicht beim Anfassen wegen der Härchen), Nüsse, Maiskolben, Kürbisse, Äpfel, Tannenzapfen, Federn, kleine Stöcke. Die meisten Materialien können bei Spaziergängen gesammelt werden.
Wie führe ich Kinder an Erntedank heran?
Über das Thema Lebensmittel: Wo kommt unser Brot her? Wie wächst ein Apfel? Was passiert mit dem Korn auf dem Feld? Eine kleine Geschichte über einen Bauern, sein Feld und die Ernte. Anschließend gemeinsam etwas zubereiten und essen.
Wie gestalte ich den Übergang vom Herbst zum Winter?
Mit Liedern, die thematisch wechseln. Bastelmotive verändern sich: weniger Blätter, mehr Schneekristalle. Geschichten von Tieren, die in den Winterschlaf gehen, sind ein wunderbarer Brückenschlag.
Welche Sicherheitsaspekte sind im Herbst wichtig?
Sichtbarkeit bei dunkler werdenden Tagen: Reflektoren an Jacken, helle Kleidung. Glatte, nasse Blätter können rutschig sein. Beim Spielen draußen darauf achten. Pilze nicht anfassen lassen ohne sichere Bestimmung.
Wie vermittle ich den Kindern den Jahreszeitenwechsel?
Durch tägliche Beobachtung und Gespräche: Was hat sich gestern verändert? Wie sieht der Baum heute aus? Wie war es vor einer Woche? Ein einfaches Foto-Tagebuch eines Baumes über die Wochen kann den Wechsel sichtbar machen.
Wann fängt man in der Kita mit dem Herbstthema an?
Anfang bis Mitte September mit leichten Themen, das große Projekt aber erst im Oktober. Der September gehört noch der neuen Gruppe: Eingewöhnung, Kennenlernen, Regeln. Wer das große Thema zu früh startet, hat es im Oktober bereits abgenutzt, und genau dann wäre der beste Zeitpunkt dafür gewesen.
Welche Herbstideen eignen sich für die Krippe?
Alles, was über die Sinne geht und ohne Erklärung auskommt: durch Laub laufen, Kastanien von einem Gefäß ins andere schütten, eine Kiste mit großem Naturmaterial im Raum. Alles sollte größer sein als ein Tischtennisball. Dazu ein kurzes Herbstlied, das über Wochen jeden Tag mit derselben Bewegung gesungen wird.
Wie lange vor dem Laternenfest übt man die Lieder?
Zwei bis drei Wochen reichen. Wer sechs Wochen lang das Laternenlied singt, hat es am Abend des Umzugs abgenutzt, und die Kinder können es trotzdem nicht sicherer. Kürzer und täglich schlägt länger und gelegentlich.
Was ist ein pädagogisches Angebot im Herbst?
Ein Angebot ist eine geplante Einheit mit Ziel, vorbereitetem Material und einem Ablauf, im Unterschied zum freien Spiel. Im Herbst sind das zum Beispiel Blätter sortieren und pressen, eine Apfelernte mit allen Schritten vom Waschen bis zum Essen, Zielwerfen mit Kastanien oder gemeinsam eine Suppe kochen. Vier Angebote reichen für einen Monat, wenn jedes zwei- oder dreimal wiederholt wird.
Was passiert im Herbst mit den Tieren?
Der Igel frisst sich Fett an und sucht ab Oktober einen Platz für den Winterschlaf, ein Laubhaufen im Gelände hilft ihm dabei. Das Eichhörnchen hält keinen Winterschlaf, sondern legt Vorräte an und vergisst einen Teil davon, aus dem später Bäume wachsen. Störche und Schwalben ziehen fort, Amseln und Meisen bleiben. Insekten verschwinden nicht, sie ziehen sich in Ritzen, unter Rinde und in die Erde zurück.
Worin unterscheidet sich ein Herbstprojekt von einer Themenwoche?
Ein Projekt lässt die Kinder mitbestimmen, worum es geht. In der ersten Woche wird gesammelt und aufgeschrieben, was die Kinder wissen wollen, und diese Fragen bestimmen den weiteren Verlauf. Wer diesen Schritt überspringt, macht eine Themenwoche. Dazu gehört ein sichtbarer Abschluss nach etwa vier Wochen, sonst verläuft das Projekt.
Was gehört zu einem Herbstfest in der Kita?
Vier bis fünf Stationen, an denen die Kinder ihren Familien zeigen können, was sie gelernt haben: Kastanienweitwurf, Apfelpressen, eine Bastelstation, ein Barfußpfad aus Laub. Anderthalb Stunden reichen, das Ende gehört in die Einladung. Wenn im selben Monat schon ein Laternenfest geplant ist, lohnt die Frage, ob beide Feste nötig sind.
Passend dazu: Herbstliche Fingerspiele für den Herbst, die schönsten Herbstlieder und Ideen für Erntedank im Kindergarten.