Lichterfest in der Kita: Ablauf, Ideen und Lieder
Wenn es früh dunkel wird, feiern viele Kitas ein Lichterfest: Laternen, ein kurzer Weg durch die Dunkelheit, Lieder, danach etwas Warmes. Der Ablauf ähnelt dem Martinsfest, der Rahmen ist ein anderer. Im Mittelpunkt steht das Licht, das man teilt, und darin finden sich die Familien aller Kinder wieder.
Auf dieser Seite stehen ein Ablauf, der in der Praxis trägt, Ideen für die Wochen davor und die Antworten auf die Fragen, die im Team jedes Jahr wiederkommen.
Warum viele Häuser Lichterfest feiern
Die Entscheidung fällt selten gegen etwas, sondern für einen Rahmen, in dem alle Familien vorkommen. Das Bild vom Licht, das geteilt wird und dadurch nicht weniger wird, funktioniert unabhängig davon, was zu Hause gefeiert wird, und es ist für Kinder unmittelbar verständlich, weil sie es sehen können.
Praktisch ändert sich weniger, als man denkt. Laternen werden gebastelt wie immer, der Weg bleibt derselbe, viele Lieder passen weiter. Was sich ändert, ist die Geschichte, die im Mittelpunkt steht, und die Sprache in der Einladung an die Eltern.
Manche Häuser feiern beides und trennen es: das Martinsfest mit der Geschichte im Morgenkreis, das Lichterfest als Abendveranstaltung mit den Familien. Auch das funktioniert, solange klar ist, was wann stattfindet.
Ein Ablauf, der trägt
Vor dem Dunkelwerden ankommen. Wer im Hellen anfängt, verliert die Wirkung. Am besten so legen, dass es während des ersten Liedes dämmert.
16:30 Ankommen. Die Kinder holen ihre Laternen, die Eltern stehen noch draußen. Ein Getränk vorher verhindert, dass mitten im Umzug jemand Durst hat.
16:45 Im Kreis. Ein kurzes Wort, nicht länger als zwei Minuten, dann ein Lied, das alle können. Erst danach die Laternen anzünden, sonst brennen sie schon herunter.
17:00 Der Weg. Zwanzig Minuten reichen. Vorne jemand, der das Tempo hält, hinten jemand, der die Langsamen einsammelt.
17:25 Zurück und Warmes. Punsch, Tee, Suppe. Hier zerfällt die Gruppe von selbst, und das ist richtig so.
18:00 Ende. Ein angekündigtes Ende erspart das lange Ausklingen, bei dem am Schluss drei Familien und das ganze Team stehen.
Die Wochen davor
Die Vorbereitung ist der eigentliche pädagogische Teil, das Fest selbst ist der Abschluss. Zwei bis drei Wochen reichen.
Laternen bauen. Am besten so, dass die Kinder den größten Teil selbst machen können. Eine schiefe Laterne, die ein Kind allein gebaut hat, trägt es stolzer als eine perfekte aus Erwachsenenhand.
Lieder üben. Zwei reichen, dafür richtig. Ein Lied, das alle sicher können, klingt besser als vier halb gekonnte, und im Dunkeln singt es sich ohnehin anders als im Gruppenraum.
Mit Licht experimentieren. Taschenlampen im abgedunkelten Raum, Schattenspiele an der Wand, eine Kerze in der Mitte des Morgenkreises. Das bereitet die Kinder auf die Dunkelheit vor, die manche sonst am Abend selbst erschreckt.
Den Weg abgehen. Einmal bei Tageslicht mit der Gruppe laufen. Die Kinder wissen dann, wohin es geht, und am Abend gibt es weniger Unruhe.
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Lichterfeste anderswo
In fast jeder Kultur gibt es ein Fest, bei dem Licht in die dunkle Zeit getragen wird. Das lässt sich mit älteren Kindern gut aufgreifen, ohne dass es zur Belehrung wird.
Sankt Martin am 11. November, in vielen Regionen mit Umzug und geteiltem Gebäck.
Diwali im Herbst, bei dem Öllämpchen ins Fenster gestellt werden.
Chanukka im Winter, bei dem acht Abende lang ein Licht mehr entzündet wird.
Luciafest am 13. Dezember, mit Lichterkränzen und weißen Gewändern.
Für die Kita reicht es völlig, ein oder zwei davon zu zeigen, am besten die, die in den Familien der Gruppe tatsächlich vorkommen. Ein Elternteil, der von seinem Fest erzählt, wirkt stärker als jedes Bilderbuch. Danach fragen kostet nichts.
Draußen oder drinnen
Wetterfest planen heißt: Der Plan B steht vorher fest und wird in der Einladung genannt. Nichts erzeugt am Nachmittag mehr Anrufe als ein Fest, bei dem unklar ist, ob es stattfindet.
Drinnen funktioniert ein Lichterfest besser, als viele erwarten. Ein abgedunkelter Flur, Laternen an den Wänden, ein Weg durch das ganze Haus, der an bestimmten Stellen Station macht. Für Krippenkinder ist das ohnehin oft die bessere Variante, weil weniger Kälte, weniger Wind und kürzere Wege dabei sind.
Wenn draußen gefeiert wird, gehören elektrische Laternenstäbe zur Grundausstattung. Echte Kerzen sehen schöner aus und sorgen zuverlässig für mindestens eine brennende Laterne pro Fest.
Was die Eltern beitragen
Konkret fragen, nicht allgemein. „Wer bringt etwas mit?“ bringt drei Zusagen, eine Liste mit sechs Zeilen und Namen dahinter bringt sechs.
Bewährt hat sich: zwei Familien für den Punsch, zwei für Gebäck, vier als Begleitung am Weg, zwei fürs Aufräumen. Mehr braucht ein Kita-Lichterfest nicht, und die Begleitung am Weg ist der Posten, der wirklich zählt.
Ein Satz in der Einladung erspart viele Rückfragen: worum es geht, wann es anfängt, wann es zu Ende ist und was mitzubringen ist. Vor allem das Ende gehört hinein.
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Häufige Fragen zum Lichterfest
Was ist der Unterschied zwischen Lichterfest und Martinsfest?
Der Ablauf ist meistens fast gleich: Laternen, ein Umzug, Lieder, etwas Warmes zu trinken. Der Unterschied liegt im Rahmen. Das Martinsfest erzählt die Geschichte des heiligen Martin, das Lichterfest stellt das Licht selbst in den Mittelpunkt, das in der dunklen Jahreszeit geteilt wird. Viele Häuser wählen das Lichterfest, weil alle Familien der Einrichtung sich darin wiederfinden.
Wann findet ein Lichterfest statt?
Meistens im November, oft in derselben Woche wie der Martinstag am 11. November. Manche Häuser legen es bewusst in den späten November oder in den Advent, wenn es früher dunkel wird und das Licht stärker wirkt. Der Termin sollte spätestens Ende September stehen, damit die Vorbereitung mit den Kindern nicht in Hektik ausartet.
Wie lange dauert ein Lichterfest in der Kita?
Eine gute Stunde reicht. Ankommen und Laternen anzünden, ein bis zwei Lieder im Kreis, der Umzug, danach etwas Warmes. Wer länger plant, verliert die Jüngsten, und die Erfahrung ist: Ein kurzes Fest, das alle bis zum Ende mitmachen, bleibt besser in Erinnerung als ein langes mit müden Kindern.
Braucht man einen echten Umzug?
Nein. In vielen Häusern ist die Runde über das eigene Gelände oder einmal ums Haus schöner als ein Zug durch die Straßen, weil weniger Organisation, weniger Verkehr und weniger Wartezeit dabei sind. Entscheidend ist die Dunkelheit und dass die Laternen leuchten, nicht die Länge des Weges.