Themenkiste für den Morgenkreis: Aufbau und Ideen fürs Kita-Jahr

Eine Themenkiste ist der Morgenkreis in Kistenform: Alles, was für zwei bis drei Wochen zu einem Thema gebraucht wird, liegt darin und wird jeden Morgen daraus geholt. Kein Suchen, keine Vorbereitung am Abend vorher, kein Zettel mit Ideen, den man nicht wiederfindet.

Der eigentliche Gewinn zeigt sich im zweiten Jahr. Eine Kiste, die einmal gebaut ist, steht im Regal und funktioniert wieder, ohne dass etwas Neues erfunden werden muss.

Die vier Ecken einer Themenkiste

Eine Kiste trägt einen Morgenkreis nur dann, wenn vier Arten von Material darin sind. Fehlt eine davon, merkt man es nach wenigen Tagen, weil die Runde einseitig wird.

Zum Anfassen: Naturmaterial, Gegenstände, kleine Figuren. Das ist der Einstieg, weil Kinder ein Thema zuerst über die Hände begreifen.

Zum Anschauen: Bildkarten, ein Bilderbuch, Fotos. Das gibt dem Thema Sprache und macht Gespräche möglich, die über Benennen hinausgehen.

Zum Hören und Singen: ein Lied, ein Fingerspiel, ein Klanginstrument. Das ist der Teil, den die Kinder mit nach Hause nehmen, oft wörtlich.

Zum Tun: ein Bewegungsspiel, eine kleine Aufgabe, etwas zum Weitergeben. Ohne diesen Teil sitzen alle nur.

Zehn Themenkisten für das Kita-Jahr

Herbst

  • Blätter und Bäume: Blättersammlung, Baumscheiben, Bildkarten, Blätterlied
  • Apfel und Ernte: Äpfel verschiedener Sorten, Reibe, Saftpresse, Erntelied
  • Licht und Laterne: Kerze, Windlicht, Laternenstab, Laternenlieder

Winter

  • Schnee und Eis: Eiswürfel, Lupe, weiße Wolle, Winterfingerspiel
  • Warm und kalt: Handschuhe, Wärmflasche, Fell, Bildkarten Kleidung

Frühling

  • Samen und Wachsen: Samen, Erde, kleine Töpfe, Wachstumsbilder
  • Vögel: Federn, Nest, Vogelstimmen, Vogellied
  • Farben: Farbkarten, farbige Tücher, Farbsuchspiel

Sommer

  • Wasser: Schwämme, Trichter, Muscheln, Wasserlied
  • Wiese und Käfer: Lupengläser, Käferfiguren, Grashalme, Krabbellied

Die Kisten müssen nicht alle im ersten Jahr entstehen. Wer pro Quartal eine baut, hat nach zweieinhalb Jahren einen kompletten Satz.

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Die Kiste im Morgenkreis einsetzen

Der beste Ablauf ist über die Wochen gestaffelt, nicht jeden Tag gleich.

Erste Woche, einführen. Die Kiste steht in der Mitte und wird jeden Tag um einen Gegenstand geöffnet. Nicht alles auf einmal zeigen, sonst ist die Spannung nach Montag weg.

Zweite Woche, vertiefen. Jetzt kommt das Material in die Hände der Kinder. Lied und Fingerspiel sitzen inzwischen, das Gespräch wird länger, weil die Kinder eigene Geschichten dazu haben.

Dritte Woche, abgeben. Ein Kind darf bestimmen, was heute aus der Kiste kommt. Das ist der Teil, den die Gruppe am meisten mag, und der Moment, an dem man merkt, ob das Thema getragen hat.

Themenkisten für die Krippe

Für Kinder unter drei wird die Kiste kleiner und gröber: weniger Gegenstände, dafür größere. Fünf Dinge reichen, und jedes davon sollte man in die Hand nehmen können, ohne dass es kaputtgeht.

Die Bildkarten fallen meistens weg oder werden durch echte Gegenstände ersetzt. Ein echter Apfel sagt einem Zweijährigen mehr als eine Karte mit einem Apfel darauf.

Was bleibt und sogar wichtiger wird, ist das Lied. In der Krippe ist das immer gleiche Lied zur immer gleichen Kiste das, woran die Kinder das Thema erkennen, lange bevor sie es benennen können.

Material sammeln, ohne Geld auszugeben

Fast alles für eine Themenkiste liegt draußen oder zu Hause. Was fehlt, bringen die Eltern mit, wenn man einmal konkret danach fragt. Ein Aushang mit vier Zeilen („Für unsere Herbstkiste suchen wir: Kastanien, Baumscheiben, alte Handschuhe“) funktioniert deutlich besser als die allgemeine Bitte um Material.

Der zweite Weg sind die Kinder selbst. Ein Spaziergang, bei dem gesammelt wird, ist bereits Teil des Themas, und was die Gruppe gemeinsam gefunden hat, wird in der Kiste anders behandelt als Gekauftes.

Ausgaben lohnen sich an genau einer Stelle: bei stabilen, stapelbaren Kisten in gleicher Größe. Alles andere darf gesammelt sein.

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Häufige Fragen zur Themenkiste

Was gehört in eine Themenkiste?

Vier Arten von Material: etwas zum Anfassen (Naturmaterial, Gegenstände, Figuren), etwas zum Anschauen (Bildkarten, ein Bilderbuch), etwas zum Hören oder Singen (ein Lied, ein Fingerspiel, ein Klanginstrument) und etwas zum Tun (ein kleines Spiel, eine Bewegungsidee). Wenn eine dieser vier Ecken fehlt, merkt man es im Morgenkreis sofort, weil die Runde einseitig wird.

Wie viele Themenkisten braucht man?

Sechs bis acht für ein Kita-Jahr reichen völlig, wenn jede zwei bis drei Wochen im Einsatz ist. Wer mehr baut, kommt nicht dazu, sie zu nutzen. Sinnvoller ist es, wenige Kisten zu haben und sie über die Jahre zu ergänzen, statt viele halbfertige.

Wie lange bleibt eine Kiste im Einsatz?

Zwei bis drei Wochen. Kürzer lohnt der Aufbau nicht, länger nutzt sich das Material ab. Ein guter Rhythmus ist: erste Woche einführen, zweite Woche vertiefen und variieren, dritte Woche die Kinder selbst bestimmen lassen, was aus der Kiste drankommt.

Wo bewahrt man Themenkisten auf?

In stapelbaren Kisten gleicher Größe mit einem Zettel an der Stirnseite, auf dem der Inhalt steht. Der Zettel ist der eigentliche Trick: Ohne ihn wird jede Kiste vor dem Einsatz einmal komplett ausgeräumt, und genau das führt dazu, dass man sie irgendwann nicht mehr holt.