Aktionstabletts für Kita und Kindergarten: Aufbau und Ideen
Ein Aktionstablett ist die kleinste Form eines pädagogischen Angebots: ein Tablett, eine Aufgabe, alles Nötige darauf und nichts darüber hinaus. Das Kind holt es sich, arbeitet damit, stellt es zurück. Kein Angebot muss angeleitet werden, keine Gruppe muss zusammengerufen werden.
Auf dieser Seite steht, wie ein Tablett aufgebaut wird, damit Kinder es ohne Erklärung verstehen, zwölf Ideen zum Nachbauen, und was sich in der Praxis bewährt hat, wenn es um Wechsel, Lagerung und die Jüngsten geht.
Warum das Tablett den Unterschied macht
Dieselben Materialien, offen ins Regal gestellt, werden meist nur kurz angefasst. Auf einem Tablett arrangiert werden sie zu einer Aufgabe. Das liegt am Rand: Er sagt dem Kind, wo die Sache anfängt und aufhört, und dass alles, was es braucht, schon da ist.
Dazu kommt die Vollständigkeit. Wer ein Angebot aus dem Regal holt und dann noch einen Löffel suchen muss, verliert den Faden. Auf einem gut gebauten Tablett fehlt nichts, und es liegt auch nichts darauf, was nicht gebraucht wird. Diese zweite Hälfte fällt am Anfang schwer, weil man dazu neigt, noch eine Variante dazuzulegen. Genau die stört.
Der dritte Punkt ist die Wiederholbarkeit. Ein Kind, das das Umschütten von Linsen dreißigmal macht, lernt dabei mehr als eines, das dreißig verschiedene Dinge einmal macht. Das Tablett lädt zur Wiederholung ein, weil es jedes Mal gleich aussieht.
Ein Tablett aufbauen: die vier Regeln
Eine Aufgabe pro Tablett. Nicht schütten und sortieren, sondern schütten. Wer beides will, baut zwei Tabletts.
Von links nach rechts. Das volle Gefäß links, das leere rechts. Das ist keine Förmlichkeit, sondern eine stille Anleitung: Die Kinder sehen, in welche Richtung gearbeitet wird, und brauchen keine Erklärung.
Weniger Teile, als man denkt. Zwei Gefäße und ein Werkzeug reichen fast immer. Alles Weitere lenkt ab.
Ein Fehler muss sichtbar sein. Wenn Linsen danebenfallen, sieht das Kind es selbst und holt den Handfeger. Wenn es beim Sortieren einen roten Knopf in die blaue Schale legt, fällt das auf. Diese Selbstkontrolle macht das Angebot unabhängig von Erwachsenen.
Zwölf Aktionstabletts zum Nachbauen
Schütten und Gießen
- Linsen mit einem Löffel von einer Schale in die andere
- Wasser mit einer kleinen Kanne in drei Gläser gießen
- Sand durch einen Trichter in eine Flasche füllen
Greifen und Sortieren
- Pompons mit der Wäscheklammer in eine Eiswürfelform setzen
- Knöpfe nach Farbe in Muffinformen sortieren
- Kastanien mit dem Löffel in eine Flasche mit engem Hals
Feinmotorik
- Schrauben und Muttern zusammensetzen
- Perlen auf einen Schnürsenkel fädeln
- Wäscheklammern rund um einen Karton klemmen
Sinne und Sprache
- Duftgläser paarweise zuordnen (Zimt, Kaffee, Lavendel)
- Fühlsäckchen: Gegenstand ertasten und benennen
- Kleine Figuren zu passenden Bildkarten legen
Keines dieser Tabletts kostet Geld. Der größte Aufwand ist das Sammeln der Behälter, und dabei helfen die Eltern gern, wenn man einmal danach fragt.
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Aktionstabletts für die Krippe
Unter drei gilt eine einfache Faustregel: Alles muss größer sein als ein Tischtennisball. Damit fallen Perlen, Knöpfe und Linsen aus, und es bleiben Kastanien, große Holzringe, Wäscheklammern, Bausteine und Wasser.
Die zweite Anpassung betrifft die Anzahl der Teile. Wo ein Vierjähriger dreißig Pompons sortiert, reichen dem Zweijährigen sechs. Sonst ist das Tablett nach zwei Minuten in alle Richtungen verteilt, und das Kind hat nichts davon.
Und die dritte: In der Krippe ist Aufräumen Teil des Angebots, nicht die Bedingung dafür. Wer erwartet, dass ein Zweijähriger sein Tablett vollständig zurückräumt, wird enttäuscht. Wer es gemeinsam macht, hat nach ein paar Monaten Kinder, die es allein tun.
Wie oft die Tabletts wechseln
Etwa alle zwei Wochen eines austauschen, nicht alle auf einmal. Ein kompletter Wechsel bringt Unruhe: Die Kinder wandern von Tablett zu Tablett und bleiben nirgends. Wenn dagegen sieben bekannt sind und eines neu ist, geht die Aufmerksamkeit sofort auf das neue, und die anderen bleiben verfügbar für die, die sie noch brauchen.
Der beste Hinweis, wann etwas wegkann, kommt von den Kindern: Ein Tablett, das zwei Wochen lang niemand geholt hat, ist fertig. Eines, an dem täglich jemand sitzt, bleibt, auch wenn es schon lange dasteht. Wiederholung ist kein Mangel an Abwechslung.
Wo die Tabletts stehen
Offen und in Kinderhöhe, sonst funktioniert das Prinzip nicht. Ein Aktionstablett, das aus dem Schrank geholt werden muss, ist ein Angebot der Erzieherin geworden statt eines Angebots des Kindes.
Bewährt hat sich ein flaches Regal an einer ruhigen Wand, jedes Tablett auf einem eigenen Fach, immer am selben Platz. Der feste Platz ist wichtiger, als er klingt: Er macht das Zurückstellen selbstverständlich und erspart die tägliche Frage, wohin damit.
Wenn der Raum es hergibt, gehört ein Teppich oder ein kleiner Tisch in die Nähe, auf dem gearbeitet wird. Auch das ist eine stille Regel: Das Tablett wird geholt, an einen Ort gebracht und dort benutzt, nicht durch den Raum getragen.
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Häufige Fragen zu Aktionstabletts
Was ist ein Aktionstablett?
Ein Aktionstablett ist ein Tablett, auf dem alles liegt, was ein Kind für genau eine Tätigkeit braucht: schütten, sortieren, schrauben, fädeln. Das Kind nimmt sich das Tablett, arbeitet damit an einem Platz und stellt es zurück. Der Rahmen des Tabletts macht sichtbar, wo die Aufgabe anfängt und aufhört, und genau das gibt die Sicherheit, die viele Kinder brauchen, um überhaupt anzufangen.
Ab welchem Alter eignen sich Aktionstabletts?
Ab etwa zwei Jahren, wenn die Angebote grob genug sind: große Löffel, große Gefäße, wenige Teile. Für die Krippe gilt, dass alles größer als ein Tischtennisball sein sollte. Ab drei Jahren kann das Material feiner werden, ab vier kommen Aufgaben mit mehreren Schritten dazu.
Wie viele Tabletts braucht eine Gruppe?
Sechs bis acht gleichzeitig im Regal reichen für die meisten Gruppen. Mehr wirkt eher lähmend als anregend, weil die Kinder dann wählen statt vertiefen. Wichtiger als die Anzahl ist, dass etwa jede zweite Woche eines ausgetauscht wird.
Woher kommt das Material für Aktionstabletts?
Fast alles findet sich im Haushalt oder in der Einrichtung: Muffinformen, Eiswürfelformen, Pinzetten, Schrauben, Wäscheklammern, Trichter, Nudeln, Kastanien. Gekauft werden muss praktisch nichts. Die Tabletts selbst sind der einzige Posten, der sich lohnt, und auch dafür tun flache Kisten oder Deckel es zur Not.