Tiere im Winter: Projektideen für Kindergarten und Kita
Bild erstellt mit Midjourney
Wo ist eigentlich der Igel, wenn es schneit? Und warum sieht man das Eichhörnchen im Januar plötzlich wieder am Futterhaus? Fragen wie diese stellen Kinder ganz von selbst, sobald es draußen kalt wird. Genau deshalb trägt das Thema Tiere im Winter so gut: Die Neugier ist schon da, du musst sie nur aufgreifen.
Auf dieser Seite findest du kindgerechte Erklärungen zu Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre, Ideen zum Spurenlesen im Schnee, Tipps zum Vogelfüttern in der Kita und einen Ablauf für eine ganze Projektwoche. Dazu kommen Spiele für drinnen und draußen und Anpassungen für die Krippe.
Tiere im Winter: Warum das Thema Kinder so packt
Kinder erleben den Winter mit dem ganzen Körper. Sie frieren, ziehen Mütze und Handschuhe an, sehen ihren Atem. Daraus entsteht fast automatisch die Frage, wie Tiere ohne Jacke durch die kalte Zeit kommen. Das ist ein Einstieg, der ohne Vorwissen funktioniert und trotzdem weit trägt.
Aus der Praxis: Starte nicht mit einem Sachbuch, sondern mit einer echten Beobachtung. Ein Blick aus dem Fenster auf die Meisen am Baum, eine Spur im Raureif auf dem Außengelände oder ein Laubhaufen, unter dem vielleicht jemand schläft. Was die Kinder selbst entdeckt haben, merken sie sich deutlich länger als jede Bildkarte.
Wenn aus dem Thema ein größeres Vorhaben wird, hilft der Ablauf beim Projekt Winter im Kindergarten, in dem die Tiere im Winter eine ganze Woche bekommen.
Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre einfach erklärt
Die drei Begriffe klingen ähnlich und werden selbst von Erwachsenen oft verwechselt. Für Kindergartenkinder reicht eine einfache Unterscheidung, die du mit dem Körper zeigen kannst.
Winterschlaf: Das Tier schläft fast den ganzen Winter durch. Sein Herz schlägt ganz langsam, der Körper wird kühl, es frisst nichts und lebt von seinen Fettreserven. Beispiele sind Igel, Siebenschläfer, Haselmaus, Fledermaus und Murmeltier. Zum Mitmachen: Alle rollen sich ganz klein zusammen und atmen ganz langsam.
Winterruhe: Das Tier schläft viel, wacht aber zwischendurch auf und frisst von seinen Vorräten. Eichhörnchen, Dachs und Waschbär machen das so. Darum kann man ein Eichhörnchen auch an einem sonnigen Wintertag beobachten. Zum Mitmachen: Zusammenrollen, aufwachen, eine Nuss suchen, wieder einkuscheln.
Winterstarre: Manche Tiere können ihre Körperwärme nicht selbst halten. Wird es kalt, werden sie steif und bewegen sich erst wieder, wenn es wärmer wird. Das betrifft Frösche, Kröten, Eidechsen, Schnecken und viele Insekten wie den Marienkäfer. Zum Mitmachen: Alle erstarren wie Eiszapfen und tauen erst auf, wenn die Sonne (eine Taschenlampe) sie anleuchtet.
Diese drei Bewegungen eignen sich auch als kurzes Ritual im Morgenkreis. Nach ein paar Tagen rufen die Kinder die Begriffe von selbst.
Welche Tiere sind im Winter aktiv?
Viele Tiere schlafen nicht, sondern trotzen der Kälte. Fuchs, Reh, Feldhase und Wildschwein sind den ganzen Winter unterwegs. Sie bekommen ein dichteres Winterfell und bewegen sich weniger, um Kraft zu sparen. Gerade Rehe sind im Winter empfindlich, wenn sie aufgescheucht werden. Das ist ein guter Anlass, mit den Kindern darüber zu sprechen, warum man im Winterwald leise ist und auf den Wegen bleibt.
Auch viele Vögel bleiben bei uns: Meise, Amsel, Rotkehlchen, Buntspecht und Eichelhäher. Der Eichelhäher hat im Herbst Eicheln versteckt und findet im Winter längst nicht alle wieder. Aus den vergessenen Eicheln können später Bäume wachsen. Diese Geschichte lieben Kinder, weil sie zeigt, dass Vergessen manchmal etwas Gutes hat.
Eine einfache Sortieraufgabe für den Sitzkreis: Bildkarten von Tieren in drei Körbe legen, beschriftet mit einem schlafenden Mond, einem halb offenen Auge und einem wachen Auge. Für Ältere kommt der Eiszapfen als vierter Korb für die Winterstarre dazu.
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Spuren im Schnee: Tiere im Winter entdecken
Frischer Schnee ist das beste Bilderbuch, das es gibt. Wenn über Nacht Schnee gefallen ist, lohnt sich ein Gang über das Außengelände oder an den Waldrand, bevor alle Kinder darüber gelaufen sind.
Diese Spuren lassen sich mit Kindern gut unterscheiden:
- Feldhase: vorne zwei große Abdrücke nebeneinander, dahinter zwei kleine hintereinander. Die großen Hinterbeine landen beim Hoppeln vor den Vorderpfoten.
- Fuchs: die Abdrücke liegen fast wie auf einer Perlenschnur in einer Linie.
- Reh: zwei längliche Hälften, die vorne spitz zusammenlaufen.
- Amsel und Spatz: hüpfen mit beiden Füßen gleichzeitig, die Abdrücke liegen paarweise.
- Krähe und Taube: laufen Schritt für Schritt, die Abdrücke wechseln sich ab.
Wenn kein Schnee liegt, funktioniert das Ganze auch drinnen: Mit Stempeln aus Kartoffeln oder Moosgummi drucken die Kinder Spuren auf ein langes Papier, die anderen raten, wer hier unterwegs war. Eine Wanne mit Sand oder Mehl ersetzt den Schnee für die kleinen Hände. Mehr zum Forschen mit Schnee und Eis findest du bei den Schnee-Experimenten im Kindergarten.
Vögel im Winter: beobachten und richtig füttern
Ein Futterplatz vor dem Gruppenfenster ist eine der dankbarsten Aktionen im Winter. Die Kinder sehen täglich, wer kommt, und lernen die Vögel nach ein paar Wochen beim Namen.
Worauf du achten solltest:
- Kein Brot und nichts Gesalzenes. Brot quillt im Magen auf, Salz schadet den Vögeln.
- Futtersäulen oder Futtersilos sind hygienischer als offene Futterhäuschen, weil die Vögel nicht im Futter herumlaufen.
- Meisenknödel ohne Plastiknetz kaufen. In den Netzen können sich Vögel mit den Füßen verfangen.
- Gibt es in der Gruppe ein Kind mit Erdnussallergie, ist Futter mit Erdnüssen tabu. Das wird beim Einkauf schnell übersehen.
- Nach dem Befüllen gehen alle Hände zum Waschbecken.
Eine eigene Futterglocke ist schnell gemacht: Kokosfett wird von einer erwachsenen Person erwärmt, die Kinder rühren Haferflocken und Sonnenblumenkerne unter, alles kommt in einen kleinen Tontopf mit einem Ast als Sitzstange. Aus dem Beobachten wird schnell eine Strichliste: Wie viele Meisen waren heute da? Das ist Mathematik, ohne dass es jemand so nennen muss.
Bild erstellt mit Midjourney
Projektwoche Tiere im Winter: ein Ablauf für fünf Tage
Wenn du das Thema als Projekt planst, hilft ein klarer roter Faden. Dieser Ablauf ist ein Vorschlag, den du nach dem Interesse der Gruppe kürzen oder strecken kannst.
Montag, Einstieg: Ein Korb mit Laub, Moos und einem Stofftier-Igel steht in der Mitte. Was ist das für ein Bett? Die Kinder erzählen, was sie über Tiere im Winter schon wissen.
Dienstag, Schlafen oder wach bleiben: Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre mit den Bewegungen von oben einführen, danach Bildkarten sortieren.
Mittwoch, draußen: Spurensuche auf dem Gelände oder am Waldrand. Wer mag, nimmt Fotos für eine Spurenwand mit.
Donnerstag, Vögel: Futterglocke herstellen und aufhängen, ab jetzt jeden Tag eine kurze Vogelzählung.
Freitag, Abschluss: Die Kinder bauen in der Bauecke einen Winterwald mit Höhlen und Verstecken und stellen ihn den Eltern in der Abholzeit vor.
Wie du aus einer Idee ein ganzes Projekt baust, auch mit Dokumentation und Elternbeteiligung, steht ausführlich bei den Projektideen für den Kindergarten.
Spiele zum Thema Tiere im Winter
Igel sucht ein Winterbett: Im Raum liegen Tücher oder Kissen als Laubhaufen, eins weniger als Kinder. Alle sind Igel und tippeln zur Musik umher. Stoppt die Musik, sucht jeder Igel ein Bett. Wer keins findet, kuschelt sich einfach zu einem anderen Igel dazu, ausscheiden muss niemand.
Fuchs und Hase im Schnee: Ein Fangspiel für draußen. Der Fuchs schleicht, die Hasen hoppeln. Wer gefangen wird, wird ebenfalls zum Fuchs, bis alle Füchse sind.
Eichhörnchen-Vorrat: Die Kinder verstecken Nüsse oder Kastanien im Raum und müssen sie nach einer Pause wiederfinden. Was übrig bleibt, wird zum Baum, wie beim Eichelhäher.
Tiere raten: Ein Kind macht ein Wintertier pantomimisch vor, die anderen raten. Mit Geräuschen wird es leichter, ohne Geräusche schwerer. Weitere Ideen für drinnen und draußen findest du bei den Winterspielen im Kindergarten.
Tiere im Winter in der Krippe (U3)
Mit den Kleinsten geht es nicht um Begriffe, sondern um Sinneseindrücke und Wiederholung. Ein Igel aus Stoff, der jeden Tag unter einem Tuch schlafen geht und mit einem leisen Lied geweckt wird, ist für Krippenkinder ein vollständiges Projekt.
Gut geeignet sind Fühlkisten mit Fell, Federn und Laub, ein Spiegel mit Tiermasken zum Ausprobieren und das Beobachten der Vögel vom Fenster aus. Ein festes Fensterritual, etwa jeden Morgen nach dem Ankommen kurz nach den Meisen schauen, gibt den Kindern Sicherheit und Gesprächsanlässe. Und wenn ein Kind die Futterglocke zum zehnten Mal zeigen will, ist das kein Zeichen von Langeweile, sondern genau das Lernen, um das es geht.
Basteln und Gestalten zum Thema
Bastelangebote vertiefen, was die Kinder vorher erlebt haben. Ein Igel aus Papptellern mit Blättern als Stacheln, eine schlafende Fledermaus aus einer Klopapierrolle oder ein Winterwald aus Watte und Ästen passen gut zu dieser Projektwoche. Wichtiger als ein schönes Ergebnis ist, dass die Kinder beim Gestalten von ihrem Tier erzählen.
Fertige Anleitungen für Wintertiere aus Papier und Naturmaterial findest du beim Winterbasteln im Kindergarten. Wer das Thema in den Morgenkreis holen will, findet bei den Morgenkreis-Ideen für den Winter passende Rituale und Gesprächsanlässe.
Noch mehr Projektideen, Spiele und Lieder für Winter, Advent und das ganze Kita-Jahr findest du gesammelt im Kita-Ideen Paket.
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Häufige Fragen zu Tieren im Winter im Kindergarten
Welche Tiere halten Winterschlaf?
Bei uns halten vor allem Igel, Siebenschläfer, Haselmaus, Fledermäuse und Murmeltiere Winterschlaf. Sie schlafen fast den ganzen Winter durch und leben von den Fettreserven, die sie sich im Herbst angefressen haben.
Was ist der Unterschied zwischen Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre?
Beim Winterschlaf schläft das Tier durch und der Körper kühlt stark ab. Bei der Winterruhe wacht es zwischendurch auf und frisst, etwa das Eichhörnchen. In Winterstarre fallen Tiere, die ihre Körperwärme nicht selbst halten können, zum Beispiel Frösche, Eidechsen und viele Insekten.
Welche Tiere sind im Winter aktiv?
Fuchs, Reh, Feldhase und Wildschwein bleiben den ganzen Winter wach, ebenso viele Vögel wie Meise, Amsel, Rotkehlchen und Buntspecht. Sie haben ein dichteres Fell oder Gefieder und bewegen sich weniger, um Kraft zu sparen.
Wie erkläre ich Kindergartenkindern den Winterschlaf?
Am besten mit dem Körper: Alle rollen sich klein zusammen und atmen ganz langsam. Dazu passt ein Stofftier-Igel, der in einem Laubbett schläft. Begriffe wie Fettreserven kommen erst später, zuerst zählt das Erleben.
Darf man mit Kita-Kindern Vögel füttern?
Ja, im Winter ist das eine schöne und lehrreiche Aktion. Wichtig sind passendes Futter ohne Brot und Salz, Futtersäulen statt offener Häuschen, Meisenknödel ohne Plastiknetz und Händewaschen danach. Bei Erdnussallergien in der Gruppe auf Erdnüsse im Futter verzichten.
Wo finde ich weitere Ideen für ein Winterprojekt in der Kita?
Viele Anregungen findest du bei den Seiten zum Winter im Kindergarten auf dieser Website. Eine umfangreiche Sammlung mit Projektwochen, Spielen und Liedern für das ganze Jahr gibt es im Kita-Ideen Paket.