Projekt Winter im Kindergarten: Ziele, Ablauf und Ideen für vier Wochen

Kinder untersuchen mit Lupe Eis und Schnee am Forschertisch im Winterprojekt

Bild erstellt mit Midjourney

Ein Winterprojekt beginnt selten mit einem Plan. Es beginnt mit einer Frage: Warum ist die Pfütze heute hart? Wo schlafen die Igel? Warum ist es schon dunkel, wenn Mama kommt? Wenn eine Gruppe solche Fragen mitbringt, lohnt es sich, ihnen über mehrere Wochen nachzugehen.

Hier findest du einen Ablauf für ein Projekt Winter im Kindergarten über vier Wochen, die Ziele nach Bildungsbereichen, Ideen für Einstieg und Abschluss und Hinweise zur Dokumentation. Die einzelnen Bausteine lassen sich frei kombinieren, je nachdem, wofür sich deine Gruppe interessiert.

Warum ein Projekt Winter im Kindergarten?

Der Winter ist das Thema, das Kinder jeden Tag am eigenen Körper erleben: kalte Hände, Atem, der wie Rauch aussieht, Matsch, der an den Stiefeln klebt. Daraus entstehen echte Fragen, und echte Fragen tragen ein Projekt besser als ein vorgegebenes Thema. Gleichzeitig verbindet der Winter viele Bildungsbereiche ganz natürlich: Naturwissenschaft beim Eis, Sprache bei den Winterwörtern, Bewegung im Schnee, Kunst bei Weiß auf Schwarz.

Ein Projekt unterscheidet sich von einem einzelnen Angebot dadurch, dass die Kinder mitbestimmen, wohin es geht. Die Erzieherin bereitet Material und Impulse vor, aber welche Fragen vertieft werden, entscheidet die Gruppe. Mehr zur Planung von Projekten allgemein findest du bei den Projektideen für den Kindergarten.

Ziele im Projekt Winter nach Bildungsbereichen

Die Ziele eines Winterprojekts lassen sich gut nach Bildungsbereichen beschreiben. Das hilft bei der Planung, beim Elterngespräch und bei der Dokumentation.

  • Naturwissenschaft: Die Kinder beobachten, dass Wasser zu Eis wird und Eis wieder schmilzt, und stellen Vermutungen an, warum.
  • Sprache: Die Kinder erweitern ihren Wortschatz um Winterbegriffe und erzählen von eigenen Erlebnissen.
  • Bewegung: Die Kinder erproben Gleichgewicht und Kraft beim Rutschen, Stapfen und Ziehen.
  • Natur und Umwelt: Die Kinder lernen, wie Tiere den Winter überstehen, und übernehmen Verantwortung für eine Futterstelle.
  • Kunst und Musik: Die Kinder gestalten mit Kontrasten und hören Winterklängen nach.
  • Soziales Lernen: Die Kinder entscheiden gemeinsam, was im Projekt passiert, und helfen sich beim Anziehen.

Einstieg ins Winterprojekt

Ein guter Einstieg macht neugierig, ohne schon alle Antworten zu geben. Drei bewährte Ideen:

Der Eisblock in der Mitte: Morgens steht ein großer Eisblock in einer Wanne im Morgenkreis, darin eingefroren ein paar Gegenstände. Die Kinder fragen sich ganz von selbst, wie die Sachen da hineinkamen und wie man sie herausbekommt.

Der Wintersack: Ein Sack mit Mütze, Handschuh, Schal, einem Tannenzapfen und einem Bild von einem Igel. Die Kinder ziehen nacheinander etwas heraus und erzählen, was ihnen dazu einfällt.

Die Winterfragen-Wand: Alle Fragen der Kinder werden gesammelt, gemalt oder aufgeschrieben und an eine Wand gehängt. Diese Wand ist der rote Faden des Projekts. Gute Impulse für Fragen findest du im Thema Winter im Kindergarten.

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Ablauf: Projekt Winter über vier Wochen

Der folgende Ablauf ist ein Vorschlag. Jede Woche hat einen Schwerpunkt, aus dem die Kinder das herausgreifen, was sie am meisten interessiert.

Woche 1: Eis und Schnee. Eis herstellen, Eis schmelzen, Schnee ins Glas füllen und beobachten. Vermutungen werden auf der Fragen-Wand festgehalten. Ideen dafür stehen bei den Schnee-Experimenten für Kinder.

Woche 2: Tiere im Winter. Wer schläft, wer ruht, wer bleibt wach? Die Kinder bauen ein Igelhaus aus Laub, suchen Spuren und bauen eine Futterstelle. Viele Ideen findest du bei den Tieren im Winter.

Woche 3: Wir und der Winter. Warum frieren wir, was hält warm, wie ziehen wir uns richtig an? Ein kleines Experiment mit einer Hand im Handschuh und einer ohne im Eiswasser macht den Unterschied fühlbar.

Woche 4: Licht und Dunkelheit. Die Tage sind kurz. Die Kinder beobachten, wann es dunkel wird, bauen Laternen oder Lichtkisten und erleben ein Schattentheater. Daraus wächst der Abschluss.

Ideen und Angebote im Winterprojekt

Innerhalb der Wochen kommen Angebote aus allen Bildungsbereichen dazu. Eine Auswahl, die in fast jede Gruppe passt:

Projekt Winter in der Krippe

Auch in der Krippe ist ein Winterprojekt möglich, nur kleiner und mit mehr Wiederholung. Statt vier Wochen mit wechselnden Schwerpunkten gibt es ein oder zwei Elemente, die jeden Tag wiederkommen: eine Wanne mit Eis zum Fühlen, ein Winterlied im Morgenkreis, ein Fenster, an dem die Kinder den Schnee beobachten. Für Kinder unter drei ist das Erleben das Ziel. Ideen dafür stehen bei den pädagogischen Angeboten für U3.

Dokumentation im Winterprojekt

Eine Projektwand im Flur zeigt Eltern und Kindern, was passiert: Fotos vom Eisblock, gemalte Vermutungen, Zitate der Kinder. Ein Projekttagebuch, in das jeden Tag ein Satz und ein Foto kommen, ist mit wenig Aufwand machbar und hilft am Ende beim Rückblick.

Für einzelne Kinder lassen sich besondere Momente in einer Lerngeschichte festhalten. Wie das geht, steht beim Portfolio im Kindergarten. Auch die Fragen-Wand vom Anfang ist Dokumentation: Am Ende schaut die Gruppe gemeinsam, welche Fragen beantwortet sind und welche offen bleiben.

Abschluss des Winterprojekts mit Eltern

Ein schöner Abschluss ist ein kleines Winterfest am späten Nachmittag, wenn es draußen schon dunkel ist. Die Kinder zeigen den Eltern ihre Projektwand, führen ein Schattentheater auf oder machen einen kurzen Laternengang über das Gelände. Dazu gibt es warmen Tee und etwas, das die Kinder selbst vorbereitet haben.

Wichtig ist, dass die Kinder erzählen dürfen, was sie herausgefunden haben. Eine Frage an die Eltern wie: Wisst ihr, wo der Igel im Winter schläft? macht die Kinder zu Expertinnen und Experten.

Viele weitere Projektideen, Angebote und Spiele für Winter und das ganze Kita-Jahr findest du gesammelt im Kita-Ideen Paket.

Verwandte Themen

Häufige Fragen zum Projekt Winter im Kindergarten

Welche Ziele hat ein Projekt Winter im Kindergarten?

Die Kinder beobachten, wie Wasser zu Eis wird und wieder schmilzt, erweitern ihren Wortschatz um Winterbegriffe, lernen, wie Tiere den Winter überstehen, erproben Gleichgewicht und Kraft und entscheiden gemeinsam, wie das Projekt weitergeht.

Wie lange dauert ein Winterprojekt?

Bewährt haben sich vier Wochen mit je einem Schwerpunkt: Eis und Schnee, Tiere im Winter, wir und der Winter, Licht und Dunkelheit. Kürzere oder längere Projekte sind möglich, je nach Interesse der Gruppe.

Wie steige ich in ein Projekt Winter ein?

Mit einem Impuls, der neugierig macht, zum Beispiel einem Eisblock mit eingefrorenen Gegenständen im Morgenkreis, einem Wintersack oder einer Wand, an der die Fragen der Kinder gesammelt werden.

Geht ein Winterprojekt auch in der Krippe?

Ja, in kleinerer Form mit Wiederholung: eine Eiswanne zum Fühlen, ein Winterlied im Morgenkreis und Beobachtungen am Fenster reichen für Kinder unter drei.

Wie dokumentiere ich ein Winterprojekt?

Mit einer Projektwand im Flur, einem Projekttagebuch mit einem Satz und einem Foto pro Tag und Lerngeschichten für einzelne Kinder. Die Fragen-Wand vom Anfang zeigt am Ende, was die Gruppe herausgefunden hat.

Was mache ich, wenn kein Schnee liegt?

Eis lässt sich im Gefrierfach herstellen, und Themen wie Tiere im Winter, warm anziehen sowie Licht und Dunkelheit funktionieren auch ohne Schnee.