Bewegungsgeschichten für den Kindergarten: Mitmachgeschichten für Herbst, Winter und Weihnachten

Kinder in Winterkleidung machen im Gruppenraum Bewegungen zu einer Bewegungsgeschichte

Bild erstellt mit Midjourney

Du erzählst, die Kinder bewegen sich. Wenn der Igel durch das Laub raschelt, krabbeln alle auf allen vieren, wenn der Wind kommt, drehen sie sich im Kreis, und wenn es Nacht wird, liegen zwölf Kinder still auf dem Teppich. Bewegungsgeschichten, oft auch Mitmachgeschichten genannt, sind das schnellste Mittel gegen einen zappeligen Vormittag, für das du nichts vorbereiten musst.

Hier findest du eigene Bewegungsgeschichten zum Vorlesen für Herbst, Winter, Weihnachten und Frühling, eine Geschichte mit Rechts und Links, Hinweise für Turnhalle und Gruppenraum und Ideen für die Krippe. Zu jeder Geschichte stehen die Bewegungen in Klammern.

Was ist eine Bewegungsgeschichte?

Eine Bewegungsgeschichte ist eine Erzählung, bei der die Kinder das Gehörte direkt mit dem Körper umsetzen. Manche Geschichten geben jede Bewegung vor, andere arbeiten mit Signalwörtern: Fällt das Wort Hase, hüpfen alle. Der Unterschied zur Klanggeschichte liegt nur im Werkzeug. Hier ist der Körper das Instrument.

Was die Kinder dabei lernen, merkt man ihnen nicht an. Sie hören genau zu, wechseln zwischen schnell und langsam, groß und klein, laut und leise, und finden am Ende von selbst zur Ruhe. Darum gehören Bewegungsgeschichten in den Morgenkreis genauso wie in die Turnstunde.

So erzählst du eine Bewegungsgeschichte

  • Platz schaffen: Jedes Kind braucht so viel Raum, dass es die Arme ausstrecken kann, ohne jemanden zu treffen.
  • Langsam erzählen und jede Bewegung selbst vormachen, beim ersten Mal ganz deutlich.
  • Laute und ruhige Teile abwechseln. Eine Geschichte, die nur aus Rennen besteht, endet im Chaos.
  • Immer ruhig enden: liegen, schlafen, kuscheln, tief atmen. So kommt die Gruppe herunter.
  • Die Geschichte an mehreren Tagen wiederholen. Ab dem dritten Mal erzählen die Kinder mit.

Eine Geschichte dauert drei bis sechs Minuten. Mit Vorschulkindern kannst du später Rollen verteilen: Eine Gruppe ist der Wind, die andere sind die Blätter.

Bewegungsgeschichte Herbst: Der Herbstspaziergang

Heute machen wir einen Herbstspaziergang. Wir ziehen unsere Gummistiefel an (Stiefel anziehen) und stapfen los (auf der Stelle stapfen). Oh, eine große Pfütze! Wir springen mitten hinein (mit beiden Beinen springen). Platsch! Weiter geht es zum Wald. Dort liegen ganz viele Blätter. Wir schlurfen hindurch, damit es raschelt (Füße über den Boden schieben). Da oben im Baum hängt eine Kastanie. Wir strecken uns ganz lang (auf die Zehenspitzen, Arme hoch) und pflücken sie. Jetzt kommt der Wind. Er bläst und bläst (Arme wie Äste hin und her schwingen). Die Blätter wirbeln durch die Luft (sich langsam im Kreis drehen) und fallen auf den Boden (langsam hinsetzen). Hinter einem Baum raschelt etwas. Ein Igel! Wir krabbeln ganz leise wie er (auf allen vieren krabbeln). Der Igel ist müde und rollt sich ein (sich zusammenrollen). Wir auch. Gute Nacht, kleiner Igel. (still liegen)

Mehr Spiele für Garten und Turnraum findest du bei den Bewegungsspielen im Herbst.

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Bewegungsgeschichte Winter: Der kleine Pinguin

Diese Mitmachgeschichte passt gut in den Morgenkreis an kalten Tagen.

Am Südpol lebt ein kleiner Pinguin. Er watschelt über das Eis (mit kleinen Schritten watscheln, Arme am Körper). Das Eis ist glatt, und er rutscht aus (vorsichtig hinsetzen). Hoppla! Er steht wieder auf (aufstehen) und schüttelt sich (ganzen Körper schütteln). Da vorne sind seine Freunde. Sie springen ins Wasser. Der kleine Pinguin legt sich auf den Bauch (auf den Bauch legen) und rutscht hinterher (mit den Armen nach vorne ziehen). Im Wasser schwimmt er schnell (Schwimmbewegungen) und fängt einen Fisch (in die Hände klatschen). Dann klettert er wieder aufs Eis (aufstehen) und kuschelt sich ganz eng an die anderen Pinguine, denn es ist kalt (zusammenrücken, Arme um sich legen). Der Wind pfeift, aber in der Mitte ist es warm. Der kleine Pinguin schließt die Augen. (Augen zu, ruhig atmen)

Eine zweite Wintergeschichte, den Ausflug in den Winterwald, findest du bei den Bewegungsspielen im Winter.

Bewegungsgeschichte Weihnachten: In der Wichtelwerkstatt

Kurz vor Weihnachten ist in der Wichtelwerkstatt viel los. Die Wichtel stehen früh auf (aufstehen, gähnen, strecken) und ziehen ihre Mützen auf (Mütze aufsetzen). Zuerst wird gehämmert (mit der Faust auf die Handfläche klopfen), dann wird gesägt (Arm vor und zurück), dann wird geklebt (Hände zusammendrücken). Die Geschenke sind fertig! Jetzt werden sie eingepackt. Wir falten das Papier (Hände übereinanderlegen) und binden eine Schleife (Schleife in die Luft malen). Die Päckchen sind schwer. Wir tragen sie zum Schlitten (schwer tragen, langsam gehen). Der Schlitten ist voll. Die Rentiere laufen los (auf der Stelle traben) und heben ab in den Himmel (Arme ausbreiten und fliegen). Die Wichtel winken (winken). Puh, war das ein Tag. Alle Wichtel legen sich ins Bett. (hinlegen, Augen zu)

Ruhige Spiele für den Sitzkreis in der Adventszeit stehen bei den Kreisspielen im Winter.

Bewegungsgeschichte Frühling: Vom Samenkorn zur Blume

Tief in der Erde liegt ein kleines Samenkorn (ganz klein zusammenkauern). Die Sonne scheint, und die Erde wird warm. Der Regen tropft (mit den Fingern auf den Rücken trommeln). Das Samenkorn streckt einen Finger aus der Erde (einen Finger hochstrecken), dann eine Hand (Hand hoch), dann den ganzen Arm (Arm hoch). Es wächst und wächst (langsam aufstehen) bis es ganz groß ist (auf die Zehenspitzen). Oben geht eine Blüte auf (Arme über dem Kopf öffnen). Der Wind wiegt die Blume hin und her (sanft schwingen). Eine Biene kommt und summt um die Blume herum (summen). Am Abend schließt die Blume ihre Blüte (Arme schließen) und schläft (langsam in die Hocke).

Bewegungsgeschichte mit Rechts und Links

Für Vorschulkinder eignet sich eine Geschichte mit Signalwörtern. Vorher bekommt jedes Kind ein Band um das rechte Handgelenk. Fällt das Wort rechts, drehen sich alle nach rechts, fällt links, nach links.

Der Hase hoppelt aus seinem Bau und schaut nach rechts. Da ist nichts. Er schaut nach links. Da ist ein Fuchs! Schnell hoppelt der Hase nach rechts davon. Er springt über einen Stein und biegt links ab. Der Fuchs läuft nach rechts. Der Hase lacht und läuft nach links in seinen Bau zurück.

Beim ersten Mal sehr langsam erzählen. Später kann ein Kind die Geschichte erzählen und die anderen machen mit. Wer Spiele mit Reaktion mag, findet mehr bei den Reaktionsspielen für die Kita.

Bewegungsgeschichten in der Turnhalle und für die Krippe

In der Turnhalle werden Bewegungsgeschichten größer. Eine Langbank wird zum Baumstamm über dem Bach, eine Matte zum Berg, Reifen zu Pfützen. Erzähle dieselbe Geschichte, aber baue die Stationen als Weg auf. Die Kinder gehen die Geschichte dann wirklich ab.

Für Kinder unter drei reichen sehr kurze Geschichten mit drei bis vier Bewegungen, die immer gleich bleiben: aufstehen, hüpfen, drehen, hinlegen. Ein Beispiel: Der Hase wacht auf (aufsetzen), der Hase hüpft (hüpfen), der Hase dreht sich um (drehen), der Hase schläft (hinlegen). Zweimal hintereinander, dann ist Schluss. Viele weitere Ideen für die Kleinsten stehen bei den pädagogischen Angeboten für U3.

Bewegungsgeschichten selbst erfinden

Fast jedes Bilderbuch und jedes Thema der Woche lässt sich in eine Bewegungsgeschichte verwandeln. Nimm fünf bis sechs Dinge, die man mit dem Körper zeigen kann, ordne sie zu einem kleinen Weg und setze ans Ende immer eine ruhige Bewegung. Mit Vorschulkindern macht es Spaß, die Bewegungen gemeinsam zu sammeln: Wie bewegt sich ein Elefant, wie ein Blatt im Wind, wie ein Roboter?

Wer Geräusche statt Bewegungen möchte, findet passende Geschichten bei den Klanggeschichten für den Kindergarten.

Viele weitere Bewegungsspiele, Geschichten und Rituale für Morgenkreis und Sitzkreis findest du im Morgenkreis-Ideen Paket.

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Häufige Fragen zu Bewegungsgeschichten im Kindergarten

Was ist eine Bewegungsgeschichte?

Eine Geschichte, bei der die Kinder das Gehörte direkt mit dem Körper umsetzen, zum Beispiel hüpfen, wenn der Hase kommt, oder sich drehen, wenn der Wind weht. Man nennt sie auch Mitmachgeschichte.

Wie lange dauert eine Bewegungsgeschichte im Kindergarten?

Die Geschichte selbst dauert drei bis sechs Minuten. Mit Vormachen beim ersten Mal und einer Wiederholung reichen zehn bis fünfzehn Minuten.

Welche Bewegungsgeschichten passen in den Herbst und Winter?

Für den Herbst eignet sich der Herbstspaziergang mit Pfützen, Blättern und Igel, für den Winter die Geschichte vom kleinen Pinguin und für Weihnachten die Wichtelwerkstatt. Alle drei stehen auf dieser Seite.

Gehen Bewegungsgeschichten auch mit Krippenkindern?

Ja, wenn sie sehr kurz sind. Drei bis vier Bewegungen, die immer gleich bleiben, wie aufstehen, hüpfen, drehen und hinlegen, reichen. Die Geschichte wird zweimal erzählt und dann beendet.

Was ist der Unterschied zwischen Bewegungsgeschichte und Klanggeschichte?

Bei der Bewegungsgeschichte setzen die Kinder die Geschichte mit dem Körper um, bei der Klanggeschichte mit Instrumenten und Geräuschen. Beide arbeiten mit Signalwörtern und lassen sich gut kombinieren.

Wo finde ich weitere Bewegungsideen für den Morgenkreis?

Spiele für jede Jahreszeit stehen bei den Bewegungsspielen im Herbst und im Winter. Eine große Sammlung mit Bewegungsspielen, Geschichten und Ritualen für den Morgenkreis gibt es im Morgenkreis-Ideen Paket.