Klanggeschichten für den Kindergarten: zum Vorlesen mit Instrumenten

Erzieherin liest Kindern im Kreis eine Klanggeschichte vor, vor ihnen liegen Trommel, Triangel und Rasseln

Bild erstellt mit Midjourney

Bei einer Klanggeschichte liest du vor, und die Kinder machen die Geräusche. Der Wind heult auf der Kazoo, der Schnee rieselt aus der Rassel, und wenn der Nikolaus an die Tür klopft, klopfen zwölf Kinder auf den Boden. Kaum ein Angebot bringt eine unruhige Gruppe so schnell zum Zuhören, weil jedes Kind auf sein Wort wartet.

Auf dieser Seite findest du eigene Klanggeschichten für Winter, Weihnachten, Nikolaus, Herbst und Frühling, jeweils mit Signalwörtern und passenden Instrumenten. Dazu kommen eine Anleitung für den ersten Durchgang, Ideen für die Krippe und Instrumente aus Alltagsmaterial.

Was ist eine Klanggeschichte?

Eine Klanggeschichte ist eine kurze Erzählung, in der bestimmte Wörter mit einem Geräusch verbunden sind. Fällt das Wort, spielt das Kind oder die Gruppe mit dem passenden Instrument. Das können Orff-Instrumente sein, aber auch Alltagsdinge: Papier, Löffel, Dosen, die eigenen Hände.

Pädagogisch steckt viel darin. Die Kinder hören genau hin, warten auf ihren Einsatz und erleben, dass ihr Klang zur gemeinsamen Geschichte gehört. Nebenbei lernen sie laut und leise, schnell und langsam zu unterscheiden. Und die Stillen, die im Morgenkreis nichts sagen, trauen sich oft mit einer Rassel in der Hand.

So setzt du eine Klanggeschichte im Kindergarten um

Für den ersten Durchgang hat sich dieser Ablauf bewährt:

  • Instrumente in die Kreismitte legen und jedes einmal ausprobieren lassen, damit die Neugier nicht mitten in der Geschichte kommt.
  • Jedem Signalwort ein Instrument zuordnen und es zweimal üben: Ich sage Schnee, ihr spielt.
  • Ein Zeichen für Stopp vereinbaren, etwa die erhobene Hand. Ohne Stopp-Zeichen wird aus der Geschichte schnell ein Konzert.
  • Langsam lesen und vor jedem Signalwort eine kleine Pause machen.
  • Beim zweiten Mal tauschen die Kinder die Instrumente.

Für eine Gruppe von zwölf Kindern reichen vier bis fünf Signalwörter mit je zwei bis drei Instrumenten. Mehr Klänge verwirren eher. Mit Vorschulkindern kannst du später auch sechs oder sieben Wörter nehmen.

Klanggeschichte Winter: Der Schneemann wacht auf

Signalwörter und Instrumente:

  • Schnee: Rasseln, ganz leise geschüttelt
  • Wind: pusten oder ein Kazoo
  • Schneemann: eine tiefe Trommel, zwei langsame Schläge
  • Vogel: Pfeife oder Flöte, kurze hohe Töne
  • Sonne: Triangel, einmal angeschlagen

Es ist Nacht, und leise fällt der Schnee. Im Garten der Kita steht ein Schneemann. Er schläft. Der Wind streicht um seine Karottennase, und wieder fällt der Schnee. Am Morgen kommt ein kleiner Vogel geflogen und setzt sich auf den Hut vom Schneemann. Der Vogel pickt und pickt. Da wacht der Schneemann auf. Er schaut sich um. Überall liegt Schnee. Der Wind wird stärker und pfeift durch die Äste. Der Vogel plustert sich auf. Dann schiebt sich die Sonne hinter den Wolken hervor. Der Schneemann blinzelt. Die Sonne ist warm, viel zu warm für einen Schneemann. Schnell, sagt der Vogel, und der Wind trägt eine dicke Wolke herbei. Die Sonne verschwindet, und es fällt neuer Schnee. Der Schneemann lächelt und schläft wieder ein.

Passende Lieder und Spiele für die kalte Jahreszeit findest du im Thema Winter im Kindergarten.

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Klanggeschichte Weihnachten: Der kleine Stern

Signalwörter und Instrumente:

  • Stern: Triangel oder Glockenspiel
  • Glocken: Schellenkranz oder Glöckchen
  • Schlitten: Klanghölzer, gleichmäßig im Takt
  • Tür: zweimal auf den Boden klopfen
  • still: alle legen die Instrumente ab und halten den Finger an den Mund

Hoch oben am Himmel wohnt ein kleiner Stern. Er ist der kleinste von allen, und manchmal sieht ihn niemand. Eines Abends hört er von unten die Glocken. Weihnachten ist nicht mehr weit. Der kleine Stern möchte so gern dabei sein. Da kommt ein Schlitten durch die Nacht, der Schlitten fährt über die Dächer und hält genau unter ihm. Komm mit, ruft es vom Schlitten, und der kleine Stern springt hinauf. Sie fahren über Wälder und Felder, und überall läuten die Glocken. Vor einem kleinen Haus hält der Schlitten an. Jemand klopft an die Tür. Die Tür geht auf, drinnen ist es warm und hell, und am Fenster steht ein Kind. Der kleine Stern setzt sich auf die Fensterbank und leuchtet. Das Kind sieht ihn und lächelt. Dann wird es ganz still. Und in dieser stillen Nacht ist der kleinste Stern der hellste von allen.

Ideen für die ganze Adventszeit stehen bei Weihnachten im Kindergarten.

Klanggeschichte Nikolaus: Wer klopft da?

Signalwörter und Instrumente:

  • Nikolaus: Schellenkranz
  • Stiefel: mit den Füßen auf den Boden stampfen
  • Klopfen: mit den Knöcheln auf den Boden klopfen
  • Sack: Butterbrotpapier knistern lassen

Es ist der Abend vor dem Nikolaustag. Alle Kinder haben ihre Stiefel vor die Tür gestellt, große Stiefel, kleine Stiefel, rote und blaue. Draußen ist es dunkel. Da hört man etwas. Ein Klopfen. Noch ein Klopfen. Ist das der Nikolaus? Leise schleicht er durch den Flur. Er trägt einen großen Sack, und im Sack knistert es. Vor jedem Stiefel bleibt der Nikolaus stehen. Er greift in den Sack und legt etwas hinein: eine Mandarine, eine Nuss, einen kleinen Zettel. Dann noch einmal ein Klopfen, ganz leise, und der Nikolaus ist fort. Am Morgen laufen alle zu den Stiefeln. Und was finden sie?

Mehr rund um den 6. Dezember findest du beim Nikolaus im Kindergarten.

Klanggeschichte Herbst mit Instrumenten: Der Wind im Wald

Signalwörter und Instrumente:

  • Wind: pusten oder Kazoo
  • Blätter: Butterbrotpapier oder Zeitungspapier rascheln
  • Regen: mit den Fingerspitzen auf den Boden trommeln
  • Specht: Klanghölzer, schnell hintereinander
  • Igel: eine Bürste über einen Karton streichen

Im Wald ist es Herbst. Der Wind fährt durch die Bäume, und die Blätter fallen. Rot, gelb und braun liegen sie auf dem Boden. Oben im Baum klopft der Specht. Unten raschelt etwas in den Blättern. Es ist der Igel. Er sucht Futter, denn bald kommt der Winter. Da zieht eine dunkle Wolke heran, und es beginnt zu regnen. Erst ganz leise, dann immer lauter. Der Igel kriecht unter einen Haufen Blätter. Der Specht hört auf zu klopfen. Nur der Wind ist noch da. Dann hört auch der Regen auf. Der Wind wird leiser, die Blätter liegen still, und der Igel schläft ein.

Weitere Angebote für diese Jahreszeit stehen bei den Herbst-Angeboten für die Kita.

Klanggeschichte Frühling: Die Blume wacht auf

Signalwörter und Instrumente:

  • Sonne: Triangel
  • Regen: Regenmacher oder Rassel
  • Biene: summen
  • Wachsen: Glockenspiel von unten nach oben
  • Vogel: Flöte oder pfeifen

Unter der Erde liegt ein kleines Samenkorn. Es ist dunkel und kühl. Da scheint die Sonne auf die Erde, und die Erde wird warm. Dann kommt der Regen und tropft auf den Boden. Das Samenkorn trinkt und trinkt. Es beginnt zu wachsen. Erst ein kleiner grüner Spitz, dann ein Stängel, dann zwei Blätter. Wieder scheint die Sonne, und die Pflanze wächst weiter. Ein Vogel landet daneben und singt. Und eines Morgens geht oben eine Knospe auf. Eine Blume, gelb wie die Sonne. Da kommt eine Biene geflogen, setzt sich auf die Blume und summt vor Freude.

Klanggeschichten für die Krippe

Mit Kindern unter drei funktionieren Klanggeschichten, wenn sie sehr kurz sind und jedes Kind dasselbe Instrument hat. Statt fünf Signalwörtern reichen zwei: Bei Regen klopfen alle mit den Händen auf den Boden, bei Sonne strecken alle die Arme hoch. Die Geschichte hat drei oder vier Sätze und wird an mehreren Tagen wiederholt.

Gut geeignet sind Rasseln aus fest verschlossenen Dosen, Holzlöffel auf umgedrehten Töpfen und Papier zum Knistern. Kleine Glöckchen und Rasseln mit Inhalt, der herausfallen kann, bleiben in der Krippe im Schrank. Einfache Lieder für die Kleinsten findest du bei den Liedern für die Krippe.

Instrumente für Klanggeschichten selbst bauen

Orff-Instrumente sind schön, aber nicht nötig. Diese Klänge findest du in jeder Kita:

  • Rasseln aus Joghurtbechern oder Dosen mit Reis, fest zugeklebt
  • Trommeln aus umgedrehten Eimern oder Kochtöpfen
  • Knistern mit Butterbrotpapier, Alufolie oder einer Rettungsdecke
  • Regenmacher aus einer Küchenrolle, in die Zahnstocher gesteckt und mit Reis gefüllt werden, die Enden dicht verschlossen
  • Klanghölzer aus zwei Kochlöffeln
  • Wind mit dem eigenen Atem oder durch eine Papprolle

Das Bauen ist schon das erste Angebot. Wenn die Kinder ihre Rassel selbst gefüllt haben, spielen sie in der Geschichte mit großem Ernst.

Klanggeschichten mit Kindern selbst erfinden

Vorschulkinder können ihre eigene Klanggeschichte schreiben. Lass die Gruppe zuerst Geräusche sammeln: Was hört man im Wald, auf dem Spielplatz, in der Küche? Aus vier bis fünf Geräuschen entsteht dann mit wenigen Sätzen eine Geschichte, die du aufschreibst. Beim Vortrag für die jüngeren Kinder sind die Großen dann die Musiker.

Klanggeschichten passen auch gut zu Bewegung. Wie du aus einer Geschichte ein Bewegungsspiel machst, steht bei den Bewegungsgeschichten für den Kindergarten.

Viele weitere Geschichten, Lieder und Rituale für Morgenkreis und Sitzkreis findest du im Morgenkreis-Ideen Paket.

Verwandte Themen

Häufige Fragen zu Klanggeschichten im Kindergarten

Was ist eine Klanggeschichte im Kindergarten?

Eine kurze Geschichte, in der bestimmte Signalwörter mit einem Geräusch verbunden sind. Fällt das Wort, spielen die Kinder auf ihrem Instrument. So hören sie genau zu und gestalten die Geschichte gemeinsam.

Welche Instrumente brauche ich für eine Klanggeschichte?

Orff-Instrumente wie Triangel, Rassel, Klanghölzer und Trommel sind gut geeignet, aber nicht nötig. Selbstgebaute Rasseln, Kochtöpfe, Butterbrotpapier und die eigenen Hände funktionieren genauso.

Wie viele Signalwörter braucht eine Klanggeschichte?

Für Kindergartenkinder vier bis fünf, für Vorschulkinder auch sechs oder sieben. In der Krippe reichen zwei Signalwörter mit einer einfachen Geste oder einem Klang für alle.

Gibt es Klanggeschichten für Winter und Weihnachten?

Ja, auf dieser Seite stehen die Klanggeschichten Der Schneemann wacht auf, Der kleine Stern und Wer klopft da? zum Nikolaus, jeweils mit Signalwörtern und Instrumenten.

Wie lange dauert eine Klanggeschichte?

Die Geschichte selbst dauert zwei bis vier Minuten. Mit Ausprobieren der Instrumente, Üben der Signalwörter und einem zweiten Durchgang solltest du 15 bis 20 Minuten einplanen.

Wo finde ich weitere Geschichten für den Morgenkreis?

Bewegungs- und Mitmachgeschichten stehen bei den Bewegungsgeschichten für den Kindergarten. Viele weitere Geschichten, Spiele und Rituale für den Morgenkreis gibt es im Morgenkreis-Ideen Paket.