St. Martin im Kindergarten: Geschichte, Lieder und Ideen für die Laternenzeit

St. Martin auf dem Pferd teilt seinen Mantel, Illustration für den Kindergarten

Bild erstellt mit Midjourney

Kaum ein Fest im Kita-Jahr hat einen so klaren Kern wie St. Martin: Einer teilt, weil ein anderer friert. Diese Geschichte verstehen schon Zweijährige, wenn man sie richtig erzählt. Und sie trägt durch Wochen voller Laternen, Lieder und leuchtender Augen.

Auf dieser Seite findest du alles für die Martinszeit in Kindergarten und Krippe: Erzählideen für die Geschichte, Rituale für den Morgenkreis, Lieder, Bastelideen und Aktionen, mit denen das Teilen mehr wird als ein Wort.

Warum die Martinsgeschichte Kinder packt

Ein Soldat auf einem Pferd, ein frierender Mann im Schnee, ein Schwert, ein geteilter Mantel. Die Martinsgeschichte hat alles, was gutes Kindertheater braucht: klare Rollen, eine sichtbare Handlung und ein Ende, das ohne Erklärung auskommt.

Genau deshalb funktioniert sie in jeder Altersgruppe. Die Kleinen bleiben beim Bild vom geteilten Mantel, die Vorschulkinder diskutieren schon, warum Martin nicht den ganzen Mantel hergibt. Beides ist richtig, beides darf stehen bleiben.

Die Martinsgeschichte kindgerecht erzählen

Erzählen schlägt Vorlesen, gerade bei dieser Geschichte. Mit einem Spielpferd, einem roten Tuch als Mantel und einer Kerze als Feuer wird aus dem Morgenkreis ein kleines Theater. Wiederhole die Erzählung über mehrere Tage: Was Erwachsene langweilt, gibt Kindern Sicherheit, und beim dritten Mal spielen sie die Szene selbst.

Für U3 reicht die Kernszene: Martin sieht den frierenden Mann, Martin teilt den Mantel, der Mann lächelt. Drei Sätze, große Wirkung.

St. Martin im Morgenkreis: Rituale für die Laternenzeit

Die Wochen vor dem Fest sind Morgenkreis-Gold: eine Kerze in der Kreismitte, jeden Tag ein Martinslied, ein Erzählstein, der herumgeht („Wem hast du gestern geholfen?“). Solche kleinen Rituale verankern das Thema tiefer als jedes Bastelangebot.

Ein bewährtes Element ist das Mantel-Ritual: Ein rotes Tuch liegt in der Mitte, und wer mag, legt etwas hinein, das er heute teilen will. Kein Kind muss, viele wollen.

Martinslieder singen: die Klassiker und wie sie sitzen

„Ich geh mit meiner Laterne“, „St. Martin ritt durch Schnee und Wind“, „Laterne, Laterne“: Drei Lieder reichen für Fest und Umzug, wenn sie wirklich sitzen. Täglich einmal im Morgenkreis ab vier Wochen vorher, dann klappt es auch draußen im Dunkeln.

Alle Texte und Noten findest du bei den Martinsliedern mit Text und Noten und den Laternenliedern.

Laternen basteln zur Martinszeit

Die Laterne ist das sichtbare Herzstück der Martinszeit. Für den Umzug zählt Stabilität vor Schönheit; für das Selbstwertgefühl zählt, dass die Kinder möglichst viel selbst gemacht haben. Beides zusammen gelingt mit einfachen Techniken und klarer Arbeitsteilung: Kinder gestalten, Fachkraft konstruiert.

Konkrete Anleitungen nach Alter gibt es unter Laterne basteln im Kindergarten, die Organisation des Fests unter Laternenfest in der Kita planen.

Teilen erlebbar machen: Aktionen rund ums Martinsfest

Der Martinsgedanke wird konkret, wenn Kinder wirklich etwas abgeben: die halbierte Martinsbrezel an ein anderes Kind, gesammelte Spielsachen für die Kleiderkammer, selbst gebackene Weckmänner für die Nachbarsgruppe. Wähle eine Aktion, nicht fünf. Lieber ein starkes Erlebnis als ein volles Programm.

Wichtig: Teilen ist ein Angebot, keine Pflichtübung. Ein Kind, das seine Brezel behalten will, hat die Geschichte trotzdem verstanden.

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St. Martin in der Krippe (U3)

Für die Kleinsten ist die Martinszeit vor allem sinnlich: warmes Licht, das rote Tuch, die immer gleiche Liedzeile. Eine Mini-Erzählrunde mit drei Sätzen, dazu täglich dasselbe Laternenlied, mehr braucht es nicht. Beim Fest gilt: kurze Runde, Bollerwagen bereit, und Zuschauen ist auch Teilnehmen.

Martinszeit ohne Überfrachtung: was wirklich zählt

Zwischen Laternenbasteln, Liedern, Fest und Alltag ist der November schnell voll. Erlaube dir Prioritäten: eine gut erzählte Geschichte, drei sitzende Lieder, eine haltbare Laterne, ein Teilen-Erlebnis. Alles darüber hinaus ist Kür. Das Fest gehört den Kindern, nicht dem Programmheft.

Häufige Stolperfallen zur Martinszeit

Aus der Praxis gesammelt: zu späte Elterninfo (dann fehlen die Helfer), zu viele neue Lieder (dann singt keiner), Laternen erst in der Festwoche (dann klebt nachts die Fachkraft), und die Geschichte nur einmal erzählt (dann bleibt nichts hängen). Alle vier Fallen lassen sich mit einem simplen Wochenplan ab Mitte Oktober umschiffen.

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Häufige Fragen zu St. Martin im Kindergarten

Wie erzählt man die Martinsgeschichte im Kindergarten?

Frei erzählen statt vorlesen, mit wenigen Requisiten wie Spielpferd, rotem Tuch und Kerze. Über mehrere Tage wiederholen, dann übernehmen die Kinder die Szene im Rollenspiel. Für U3 reicht die Kernszene vom geteilten Mantel in drei Sätzen.

Was bedeutet St. Martin für Kita-Kinder?

Im Kern geht es um Teilen und Hinsehen: Einer bemerkt die Not eines anderen und gibt etwas ab. Diese Botschaft verstehen Kinder ohne religiöses Vorwissen, weshalb das Fest auch in konfessionsfreien Einrichtungen gut funktioniert.

Welche Martinslieder eignen sich für den Kindergarten?

Die drei Klassiker reichen: „Ich geh mit meiner Laterne“, „St. Martin ritt durch Schnee und Wind“ und „Laterne, Laterne“. Ab vier Wochen vor dem Fest täglich im Morgenkreis singen, dann sitzen sie auch beim Umzug.

Wann sollte man mit der Martinszeit in der Kita starten?

Mitte Oktober ist ein guter Start: erst Geschichte und Lieder im Morgenkreis, ab Ende Oktober Laternen basteln, in der Festwoche nur noch wiederholen. So verteilt sich die Arbeit und nichts muss auf den letzten Drücker fertig werden.

Wie feiert man St. Martin mit Krippenkindern?

Klein und sinnlich: eine kurze Erzählszene, ein immer gleiches Lied, warmes Licht und beim Fest eine Mini-Runde mit Bollerwagen-Option. Krippenkinder brauchen keine Programmpunkte, sondern Wiederholung und Nähe.

Wo finde ich fertige Morgenkreis-Ideen für die Martins- und Laternenzeit?

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