Sommer im Kindergarten
Wenn die Sonne hoch steht, die Kinder barfuß durch das Gras laufen und die Eis-Pause zum Höhepunkt des Tages wird, ist Sommer in der Kita. Der Sommer bringt eine Energie mit, die jedes pädagogische Konzept verändert: weniger drinnen, mehr draußen. Weniger Strukturpläne, mehr Spontaneität. Weniger Lieder im Kreis, mehr Bewegung an der frischen Luft.
Diese Seite versammelt Ideen für den Sommer im Kindergarten. Von kurzen Sommerliedern und Fingerspielen über Wasserspiele und Naturerfahrungen bis hin zu Tipps für ein gelingendes Sommerfest. Alles ist erprobt, niedrigschwellig und sofort umsetzbar.
Fingerspiele für den Sommer
Die kleine Biene
Sonne, Wind und Regen
Marienkäfer
Sommerlieder für Kindergarten und Krippe
Trarira, der Sommer, der ist da
Der wohl bekannteste Sommer-Klassiker. Volkslied, einfache Melodie, hervorragend für den Morgenkreis und perfekt zum Übergang vom Frühling in den Sommer.
Im Sommer, im Sommer
Bewährtes Bewegungslied: „Im Sommer, im Sommer, da ist es wunderschön…“. Bei jedem „Sommer“ werden die Arme weit ausgebreitet. Strophen über Schwimmen, Eis essen, Spielen lassen sich beliebig erweitern.
Ein eigenes kleines Sommerlied
Frei zum Verwenden. Einfache Melodie über fünf Tönen genügt. Wer mag, ergänzt eine Klatschstelle nach jeder Zeile.
Sommerspiele für draußen
Wasserstaffel
Zwei Eimer am Ende einer kleinen Strecke, einer voll Wasser, einer leer. Mit einem Schwamm muss das Wasser von einem Eimer zum anderen transportiert werden. Welches Team schafft das schneller? Klassiker für heiße Tage. Die Kinder werden nass, lachen, und das Spiel kann unendlich oft wiederholt werden.
Schatten-Fangen
Ein Spiel, das nur in der Sonne funktioniert. Statt das Kind zu fangen, muss man auf seinen Schatten treten. Das wirkt simpel, ist aber gar nicht so leicht: Schatten lassen sich nicht festhalten. Eine wunderbare Übung in Wahrnehmung von Licht und Bewegung.
Eis-Stafette
Eiswürfel in einem Behälter. Aufgabe: Mit einem Löffel den Eiswürfel um einen Parcours balancieren, ohne ihn fallen zu lassen, der schmilzt nämlich in der Hand sofort. Eine sommerliche Variante des Löffel-Ei-Rennens, die selbst stille Tage beleben kann.
Barfuß-Pfad
Im Garten oder Bewegungsraum werden flache Schalen aufgestellt: eine mit Sand, eine mit Kieselsteinen, eine mit Gras, eine mit Moos, eine mit kühlem Wasser, eine mit warmem Wasser. Die Kinder gehen barfuß einmal durch alle Stationen und beschreiben hinterher, wie sich was angefühlt hat. Eine Sinneserfahrung der besonderen Art.
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Wahrnehmung und Naturentdeckung im Sommer
Die Wolken-Beobachtung
Decken auf den Rasen, alle legen sich hin und schauen in den Himmel. Was sehen wir in den Wolken? Tiere, Gesichter, Häuser? Eine ruhige, meditative Übung, die in einer aktiven Sommer-Kita wertvolle Pausen schafft.
Das Insekten-Hotel
Aus einer Holzkiste, Stroh, Tannenzapfen, Holzscheiten und kleinen Bambusrohren bauen die Kinder gemeinsam ein Insektenhotel. Über Wochen hinweg wird beobachtet: Wer kommt? Wer bleibt? Eine Langzeit-Beobachtung, die Kindern echtes Naturwissen vermittelt.
Der Naturtisch
Auf einem kleinen Tisch werden alle Sommer-Funde gesammelt: getrocknete Blätter, kleine Steine, eine leere Schneckenhaus, Federn, Blütenblätter zum Trocknen. Ein Museum der Saison, das die Kinder mit Stolz pflegen.
Ideen für das Sommerfest in der Kita
Wasserstationen
Drei oder vier kleine Stationen mit Wasser-Aktivitäten: Schwammschlacht, Wasser-Stoff-Rennen, Wasser-Malerei (mit Pinseln und Wasser auf der Steinmauer). Sommerfest-Garant.
Selbstgemachtes Eis
Joghurt mit pürierten Beeren mischen, in kleine Eiswürfel-Förmchen oder Stieleisförmchen füllen, einfrieren. Am Tag des Sommerfests gibt es eine kleine Eis-Verteilung, ein riesiger Erfolg.
Mottos für das Sommerfest
Bewährte Themen: „Indianer“, „Pirat“, „Zirkus“, „Dschungel“, „Unter dem Meer“, „Auf der Wiese“. Das Motto erleichtert Deko, Verkleidung und Stationen-Konzeption, alles bezieht sich auf einen Bogen.
Pädagogische Tipps für den Sommer
- Hitze respektieren: Bei Temperaturen über 30 Grad gehören Bewegungsspiele in den Schatten. Mittags Ruhephase, am späten Nachmittag wieder Aktivität.
- Sonnenschutz konsequent: Hut, Sonnencreme, Schatten. Eine kleine „Sonnen-Routine“ am Morgen wird schnell zum Ritual.
- Wasser anbieten: Trinkflaschen müssen ständig erreichbar sein. Erinnerungen alle 30 Minuten sind nicht zu viel.
- Strukturen lockern: Im Sommer darf der Tagesablauf flexibler werden. Viel draußen, viel Spontanes, das ist pädagogisch wertvoller als jeder Plan.
- Beobachtung statt Animation: Im Sommer beschäftigen sich Kinder oft selbst mit Wasser, Sand und Natur. Begleiten und beobachten ist wichtiger, als ständig neue Spiele anzubieten.
Häufige Fragen zu Sommer im Kindergarten
Welche Aktivitäten sind bei großer Hitze möglich?
Wasserspiele im Schatten, ruhige Beschäftigungen wie Malen oder Geschichten-Vorlesen unter einem Baum, kühle Innenräume mit Lese-Ecken, Mal- und Knet-Stationen. Klassische Bewegungsspiele bei extremer Hitze meiden.
Was ziehen Kinder im Sommer in der Kita an?
Leichte, atmungsaktive Kleidung, langärmlige Hemden zum Schutz vor der Sonne, geschlossene Schuhe für draußen (wegen Wespen und Steinen), Sonnenhut. Ersatzkleidung für Wasserspiele ist ein Muss.
Wie geht man mit Wespen um?
Süßes Essen und Getränke nur unter Aufsicht und mit Deckel. Bei Wespen ruhig bleiben, nicht wedeln, das macht sie aggressiv. Ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Kühlpads gehört in den Sommer-Kita-Alltag.
Wie kann man Kinder für das Wetter sensibilisieren?
Durch tägliche Beobachtung: Welche Wolken sind am Himmel? Wie warm ist es heute? Wie fühlt sich der Wind an? Kleine Wetter-Stations-Experimente (Thermometer, Windsack) machen Wetterphänomene begreifbar.
Welche Pflanzen können wir mit Kindern im Sommer einsetzen?
Kindgerecht und ungiftig: Sonnenblumen (wachsen schnell, beeindruckend), Kresse (essbar, schnelle Erfolge), Erdbeeren, Tomaten, Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie. Anpflanzen, beobachten, ernten, ein Bildungsbogen über mehrere Wochen.
Wie gestalte ich das Sommerfest barrierearm?
Stationen so wählen, dass jedes Kind teilnehmen kann, auch im Rollstuhl, mit motorischen Einschränkungen oder bei Schüchternheit. Wettbewerbe vermeiden. Genügend Pausen-Zonen einplanen.