Adventskalender in der Krippe: Ideen für Kinder unter drei

Krippenkinder sitzen mit ihrer Erzieherin unter einer Leine mit Stoffsäckchen eines Adventskalenders

Bild erstellt mit Midjourney

Ein Zweijähriger versteht nicht, dass in 24 Tagen Weihnachten ist. Er versteht aber sehr gut, dass jeden Morgen ein Säckchen an der Leine hängt und dass darin heute ein Glöckchen steckt. Genau darum geht es beim Adventskalender in der Krippe: ein kleines, verlässliches Ritual, das sich jeden Tag wiederholt.

Auf dieser Seite findest du 24 Inhalte für einen Krippen-Adventskalender, die ohne Süßigkeiten und ohne Plastikspielzeug auskommen, dazu Ideen für einen Erlebniskalender, Fingerspiele für den Advent, eine Sicherheitsliste und Tipps für die Absprache mit den Eltern.

Was einen Adventskalender in der Krippe ausmacht

Im Kindergarten darf der Adventskalender spannend sein, mit Rätseln, Aufträgen und kleinen Überraschungen. In der Krippe wirkt er anders. Kinder unter drei freuen sich nicht auf das Unbekannte, sondern auf das Bekannte. Wenn jeden Morgen dasselbe passiert, das Säckchen abnehmen, hineinschauen, gemeinsam ein Lied singen, dann ist das für sie der Advent.

Drei Dinge haben sich bewährt. Ein Kalender für die ganze Gruppe statt 14 einzelner. Inhalte, die man anfassen, hören oder riechen kann, statt Dinge, die man behält. Und ein fester Zeitpunkt am Tag, meist der Morgenkreis. Ideen für den Advent im Kindergarten und mit älteren Kindern stehen beim Adventskalender in der Kita.

24 Ideen für den Krippen-Adventskalender

Diese Inhalte passen in ein Stoffsäckchen und bleiben nach dem Öffnen in der Gruppe. Viele davon kommen in den nächsten Tagen wieder zum Einsatz.

  1. ein Glöckchen an einem Band, fest vernäht
  2. ein Tannenzapfen zum Fühlen
  3. ein Bilderbuch über den Winter
  4. ein Duftsäckchen mit Zimt, fest zugenäht
  5. eine Karte mit einem Fingerspiel
  6. ein großer Holzstern
  7. ein weiches Tuch in Rot
  8. eine Feder zum Pusten
  9. ein Foto der Gruppe vom letzten Ausflug
  10. eine LED-Kerze
  11. eine Karte mit einem Lied, das heute gesungen wird
  12. eine Handpuppe, die ab jetzt jeden Morgen dabei ist
  13. ein Stück Watte als Schnee
  14. eine Rassel
  15. eine Mandarine zum gemeinsamen Schälen und Essen
  16. ein Bild vom Nikolaus
  17. ein bruchsicherer Spiegel, in dem sich jedes Kind mit Mütze anschauen darf
  18. eine Taschenlampe für ein Schattenspiel, die die Erzieherin in der Hand behält
  19. ein Stoffschneemann
  20. eine Karte mit einem Kniereiter
  21. ein großer Tannenzweig für die Kreismitte
  22. eine Spieldose
  23. ein großer Kartonstern zum gemeinsamen Bemalen
  24. ein Brief an die Kinder mit einem Foto von allen

Ein Tipp aus der Praxis: Die Krippe hat im Dezember meist nur 15 bis 17 Öffnungstage. Hänge nur so viele Säckchen auf, wie die Gruppe wirklich da ist, und nummeriere sie nicht. So fragt niemand, was mit dem Säckchen vom Samstag passiert ist.

Der Erlebnis-Adventskalender: jeden Tag eine kleine Aktion

Statt Dinge zu verstecken, kann jedes Säckchen auch eine Aktion enthalten, als Bild auf einer Karte. Die Kinder sehen das Bild, und dann passiert es gleich.

  • Ein Bild vom Fenster: Heute schauen alle nach draußen, ob es geschneit hat.
  • Ein Bild von Händen: Heute gibt es eine Handmassage mit Creme.
  • Ein Bild von Musik: Heute wird mit Töpfen und Löffeln getrommelt.
  • Ein Bild von einem Teig: Heute wird Salzteig geknetet.
  • Ein Bild von einer Decke: Heute wird unter einer großen Decke gekuschelt und vorgelesen.

Für Krippenkinder ist das manchmal schöner als ein Gegenstand, weil sie selbst etwas tun. Mehr Ideen dieser Art findest du bei Weihnachten in der Krippe.

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Fingerspiele und Lieder im Krippen-Adventskalender

Fingerspiele sind der beste Inhalt für einen Krippen-Adventskalender, weil sie nichts kosten und immer wieder gebraucht werden. Ein Fingerspiel, das am 3. Dezember im Säckchen steckt, wird bis Weihnachten jeden Tag wiederholt. Am Ende sprechen es die Kinder mit.

Gut eignen sich kurze Verse mit Kerzen, Sternen und Schneeflocken, bei denen jede Zeile eine eigene Geste hat. Fertige Verse findest du bei den Fingerspielen für den Winter, einfache Lieder für Kinder unter drei bei den Liedern für die Krippe.

Was nicht in den Adventskalender der Krippe gehört

Eine kurze Checkliste, bevor die Säckchen gefüllt werden:

  • keine Teile, die durch eine Klopapierrolle passen, denn alles in dieser Größe kann ein Kleinkind verschlucken
  • keine Süßigkeiten, auch keine kleinen Schokoladentaler
  • keine Nüsse, Kastanien oder Glasperlen
  • keine Batterien, auch nicht in Spielzeug, das man öffnen kann
  • keine echten Kerzen, LED-Kerzen nur mit fest verschraubtem Batteriefach
  • keine langen Bänder, an denen sich ein Kind verheddern kann
  • keine Dinge, die nur ein Kind behält, denn dann warten 13 andere enttäuscht

Mit dieser Liste fallen viele Kaufideen weg, und das ist gut so. Der Krippen-Adventskalender lebt vom Wiederholen, nicht vom Auspacken.

Adventskalender für die Krippe selbst basteln

Am schönsten ist ein Kalender, der jedes Jahr wiederkommt. Ein paar Varianten, die eine Fachkraft an einem Nachmittag fertig hat:

  • Die Säckchen-Leine: 24 kleine Stoffbeutel an einer Wäscheleine, mit Holzklammern befestigt. Die Leine hängt in Kinderhöhe, damit jedes Kind einmal abnehmen darf.
  • Der Adventsbaum aus Filz: Ein großer Tannenbaum aus Filz an der Wand, jeden Tag kommt ein Filzstern dazu. Die Kinder kleben ihn selbst mit Klett auf.
  • Die Adventskiste: Eine Holzkiste mit 24 kleinen Schachteln, die im Kreis herumgereicht wird.
  • Der Fotokalender: Jeden Tag ein Foto eines Kindes hinter einem Papierfenster. Wer ist heute dran? Für Krippenkinder ist das Wiedererkennen der größte Moment.

Wer mit den Kindern zusammen etwas bastelt, findet einfache Ideen ohne Kleinteile beim Weihnachtsbasteln im Kindergarten.

Absprachen mit den Eltern

Manche Eltern möchten etwas für den Gruppenkalender beisteuern, andere fragen, ob ihr Kind einen eigenen Kalender mitbringen darf. Ein kurzer Elternbrief Mitte November klärt das. Sinnvoll sind drei Punkte: Es gibt einen gemeinsamen Kalender für die Gruppe. Eltern können Material spenden, etwa Stoffreste, Tannenzapfen oder ein Bilderbuch. Süßigkeiten und Kleinteile bleiben zu Hause.

Eltern, die für zu Hause einen Adventskalender für ihr Kleinkind suchen, freuen sich über dieselbe Liste. Was in der Krippe funktioniert, funktioniert auch auf dem Wohnzimmerboden. Vorlagen für den Brief findest du bei den Elternbrief-Vorlagen für die Kita.

Der Adventskalender im Morgenkreis der Krippe

Der beste Ort für den Kalender ist der Morgenkreis. Ein fester Ablauf von fünf bis acht Minuten reicht:

  • Begrüßungslied, wie jeden Tag
  • Ein Kind nimmt das Säckchen ab, die Erzieherin hilft beim Öffnen
  • Alle schauen, fühlen oder hören, was darin ist
  • Ein Advents- oder Winterlied zum Abschluss

Am Freitag lohnt ein Blick zurück: Die Dinge der Woche liegen in einem Korb in der Mitte, und die Kinder zeigen, was sie wiedererkennen. Weitere Ideen für den Morgenkreis mit den Kleinsten stehen beim Morgenkreis in der Krippe.

Viele weitere Rituale, Fingerspiele und Lieder für den Morgenkreis in Advent und Winter findest du im Morgenkreis-Ideen Paket.

Verwandte Themen

Häufige Fragen zum Adventskalender in der Krippe

Was kommt in einen Adventskalender für die Krippe?

Dinge zum Fühlen, Hören und Riechen, die in der Gruppe bleiben: ein Glöckchen, ein Tannenzapfen, ein Duftsäckchen, ein Bilderbuch, ein Fingerspiel auf einer Karte, eine LED-Kerze oder eine Mandarine zum gemeinsamen Essen. Süßigkeiten und Kleinteile gehören nicht hinein.

Braucht jedes Krippenkind einen eigenen Adventskalender?

Nein. Ein gemeinsamer Kalender für die Gruppe ist für Kinder unter drei besser. Jeden Tag darf ein anderes Kind das Säckchen abnehmen, und alle erleben den Inhalt zusammen.

Wie viele Türchen braucht ein Adventskalender in der Krippe?

So viele, wie die Krippe im Dezember geöffnet hat, meist 15 bis 17. Ohne Nummern auf den Säckchen fällt nicht auf, dass Wochenenden und Ferientage fehlen.

Welche Inhalte sind für Kleinkinder gefährlich?

Alles, was durch eine Klopapierrolle passt, dazu Nüsse, Kastanien, Glasperlen, Batterien, echte Kerzen und lange Bänder. Diese Dinge gehören weder in den Krippen-Adventskalender noch in den Kalender für Kleinkinder zu Hause.

Wann sollte der Adventskalender in der Krippe geöffnet werden?

Am besten jeden Tag zur selben Zeit im Morgenkreis. Fünf bis acht Minuten mit Begrüßungslied, Öffnen, gemeinsamem Anschauen und einem Abschlusslied reichen.

Wo finde ich mehr Ideen für den Advent mit Krippenkindern?

Viele Ideen für Rituale, Sinnesangebote und die Weihnachtsfeier stehen bei Weihnachten in der Krippe. Eine große Sammlung mit Fingerspielen, Liedern und Ritualen für den Morgenkreis gibt es im Morgenkreis-Ideen Paket.