Lieder für die Krippe: Singen mit Kindern unter drei
Mit Krippenkindern zu singen ist etwas anderes, als mit Dreijährigen zu singen. Die Gruppe sitzt selten still, die Hälfte schaut nur zu, und wer den Text kann, ist meist die Fachkraft. Genau das ist aber kein Problem, sondern der Normalzustand. Zuschauen ist bei U3 bereits Teilnahme.
Diese Seite sammelt, was beim Singen mit unter Dreijährigen wirklich funktioniert: welche Lieder taugen, wie du sie kürzt, warum Wiederholung wichtiger ist als Auswahl und wie du mit der stillen Phase umgehst, in der scheinbar niemand mitmacht.
Was ein Lied für die Krippe tauglich macht
Kürze vor allem. Vier Zeilen sind genug, zwei reichen oft. Ein langes Lied verliert die Gruppe, bevor der Refrain kommt.
Eine feste Geste pro Zeile. Der Körper merkt sich schneller als der Kopf. Kinder, die den Text noch nicht sprechen, machen die Bewegung mit und singen Wochen später plötzlich die dazugehörige Zeile.
Wiederkehrende Zeilen. Je öfter dieselbe Zeile kommt, desto eher steigt ein Kind ein, meist bei einem einzelnen Wort. Ein Lied, in dem sich nur ein Wort ändert, ist für die Krippe wertvoller als eines mit vier abwechslungsreichen Strophen.
Langsames Tempo. Deutlich langsamer, als sich richtig anfühlt. Kleine Kinder brauchen Zeit, die Hände zu finden.
Wie du diese Merkmale bei einem beliebigen Lied prüfst, steht bei den einfachen Kinderliedern.
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Bekannte Lieder für die Krippe kürzen
Du brauchst keine speziellen Krippenlieder. Fast jedes Kita-Lied lässt sich U3-tauglich machen, indem du es zusammenstreichst. Nimm die erste Strophe und den Refrain, lass den Rest weg. Oder noch radikaler: Sing nur die eine Zeile, die sich wiederholt, dafür oft.
Ein Beispiel aus der Praxis: Bei einem Laternenlied genügt für Zweijährige die Schlusszeile. Sie kommt in jeder Strophe vor, die Kinder erkennen sie am Klang und steigen dort ein. Das ganze Lied lernen sie später von selbst, wenn sie älter werden und es weiter gesungen wird.
Was du dabei nicht tun solltest: das Tempo anziehen, um es kürzer zu machen. Kurz heißt weniger Text, nicht schneller singen.
Die stille Phase: wenn scheinbar niemand mitmacht
Viele Krippenkinder singen wochenlang nicht mit. Sie schauen, sie wippen vielleicht, aber sie machen den Mund nicht auf. Das ist keine Ablehnung und kein Zeichen dafür, dass das Lied nicht passt. Es ist die normale Phase des Aufnehmens.
Verlässlich ist die Rückmeldung, die irgendwann von den Eltern kommt: Zu Hause singt das Kind plötzlich das ganze Lied. Was in der Gruppe nach Nichtbeteiligung aussieht, ist längst gespeichert.
Deshalb gilt: Kein Kind auffordern, nichts abfragen, keine Runde machen, in der jedes Kind einzeln dran ist. Einfach weiter singen. Wer bereit ist, steigt von selbst ein, und meistens genau an der Stelle, die am häufigsten wiederkehrt.
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Singen im Krippenalltag statt nur im Morgenkreis
Im Krippenbereich ist der Morgenkreis oft die kürzeste und unruhigste Zeit des Tages. Deshalb lohnt es sich, das Singen dorthin zu verlegen, wo die Kinder ohnehin ruhig sind: beim Wickeln, beim Anziehen, beim Warten aufs Essen.
Diese Situationen haben einen Vorteil, den der Kreis nicht hat: Du bist mit einem oder zwei Kindern allein, sie hören deine Stimme aus nächster Nähe und können dir beim Singen zusehen. Für den Spracherwerb ist das die stärkste Situation überhaupt.
Weitere Ideen für diese Altersgruppe findest du bei den Sommerliedern für Krippe und U3, den Kreisspielen für die Krippe und beim Morgenkreis mit U3-Kindern.
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Häufige Fragen zum Singen in der Krippe
Ab welchem Alter singen Kinder in der Krippe mit?
Zuhören und Mitmachen beginnt lange vor dem Mitsingen. Schon einjährige Kinder wippen, klatschen oder zeigen Bewegungen mit. Erste gesungene Silben kommen meist zwischen 18 und 24 Monaten, oft nur das letzte Wort einer Zeile. Genau dafür eignen sich Lieder mit einem wiederkehrenden Schlusswort besonders gut.
Wie lang sollte ein Lied für die Krippe sein?
Eine Strophe reicht. Wer ein bekanntes Lied mit fünf Strophen singt, verliert die Gruppe spätestens bei der dritten. Besser ist es, dieselbe kurze Strophe mehrfach zu singen und dabei die Bewegung zu variieren.
Wie viele Lieder braucht eine Krippengruppe?
Weniger als man denkt. Vier bis sechs Lieder, die über Wochen gleich bleiben, geben mehr Sicherheit als zwanzig, die ständig wechseln. Wiederholung ist in der Krippe kein Mangel an Abwechslung, sondern die Bedingung dafür, dass ein Lied überhaupt ankommt.
Was tun, wenn die Kinder nicht mitsingen?
Weitersingen. In der Krippe geht dem aktiven Mitsingen eine lange Phase des stillen Zuhörens voraus, in der die Kinder Melodie und Text aufnehmen. Wer das Lied nach zwei Wochen aus der Liste nimmt, weil scheinbar niemand mitmacht, nimmt es genau in dem Moment weg, in dem es zu wirken beginnt.